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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Der Schokoladen-Laden"

 

 


 

Beate blieb ganz plötzlich stehen. Die Menschen hinter ihr fanden das nicht so prickelnd, mussten selbst anhalten, einige stolperten sogar, stürmten aber gleich schimpfend hastig weiter. Bis eben war Beate auch eine von diesen hastigen Menschen gewesen. Doch ein goldener Schimmer hatte sie überrascht. Verblüfft blickte sie auf das kleine Geschäft, das ihr an diesem kalten Winterabend so warm entgegenleuchtete.

Seit wann gab es das dort? War dieser Laden nicht lange Zeit leer gestanden? Und jetzt erblickte sie ein süßes kleines Geschäft, mit weichem Licht und einer Auslage im Schaufenster, dem sie sich gar nicht entziehen konnte. Fast magisch wurde sie angezogen und ohne dass sie es gemerkt hätte, stand sie nun direkt vor der weihnachtlich geschmückten Fensterscheibe und bestaunte die süße Vielfalt, die da so anreizende auf goldenen Tellerchen und umschmeichelt von Samtstoff drapiert war.

Innen sah sie alt anmutende Regale und Schauvitrinen mit noch viel mehr der feinen Kleinigkeiten. Sie überwand die zwei Stufen, schob die Türe auf und wurde von einem leisen Klingeln, Wärme und beglückenden Düften empfangen. Beate war nicht die einzige Kundin im Geschäft; eine Traube von Frauen tummelte sich im Kreise um eine Attraktion; es wurde gekichert, getuschelt und geschwärmt. Na dort musste es ja etwas ganz besonders Leckeres geben.

Aber sie wollte sich nicht schon wieder in ein Menschengewühl stürzen und beschaute sich die hübschen Kleinigkeiten, die mit so viel Liebe und Sorgfalt hergestellt worden waren.

Sie hatte vor, einige mit nach Hause zu nehmen und dort in Ruhe zu genießen. Es gab jedoch so eine reiche Auswahl, dass es ihr schwer viel, sich zu entscheiden. Außerdem entdeckte sie einen Schritt weiter gleich noch mehr Sorten. Orangenlikör mit Zartbitter, Erdbeercreme in weißer Schokolade, Rum mit Vollmilchmousse… alles was das Schokoladenherz begehrte.

"Kann ich Ihnen behilflich sein?", wurde Beate von einer zartschmelzenden Stimme in ihrer Qual der Wahl aufgeschreckt. Sie wendete sich der warmen Stimme zu und fand sich schokoladen-braunen Augen gegenüber. Eine nuss-braune wallende Mähne rahmte ein unverschämt hübsches aber männlich markantes Gesicht mit einem leichten Drei-Tage-Bart ein. Ein jungenhaftes spitzbübisches Lächeln lag auf den vollen, perfekt geschwungen Lippen.

Das war also die besondere Attraktion!

Beate hatte zum Abend nicht nur eine himmlische Auswahl an feinen Pralinés bei sich. Sie konnte sich ab diesem Zeitpunkt an ihren ganz persönlichen Leckerbissen ankuscheln und so oft von diesem naschen, wie sie gerne wollte.

Ich wünsche eine süße Weihnachtszeit.

10/ 2018

 


 

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