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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Die Schneewolkenfabrik"

 

 


 

Die kleine Alina schaute besorgt zum Himmel hinauf. Es war bereits der dritte Dezember aber es hatte noch nicht geschneit, wo sonst immer pünktlich zum ersten Dezember Schnee lag. Sie holte ihr altes Märchenbuch hervor und begann mit lesen. Bestimmt stand da etwas über Schnee drinnen. Bald fand sie einen Abschnitt: "Die Schneewolkenfabrik befindet sich an der Wolkenleiter und wird jedes Jahr im Dezember eingeschaltet." Mehr stand dazu nicht und Alina beschloss, dorthin zugehen! Sie zog sich ihren warmen roten Wintermantel an und schlich sich aus dem Haus.

Draußen blickte Alina sich nach dem hohen Berg um, an dessen Gipfel immer Wolken hingen. Ganz sicher war dort die Wolkenleiter zu finden. Ohne Unterlass kletterte sie die ganze Nacht den Berg hinauf, bis sie endlich die erste Wolke erreichte. Sie fasste in die fluffige Masse und kletterte an den überraschend festen Wolken weiter hinauf, bis sie vor einem weiten Wolkenmeer stand. Und gleich da sah sie einen dicken Turm. Höflich klopfte sie an die kleine Tür, doch als alles still blieb, betrat sie ihn. Überall standen Maschinen mit riesigen Zahnrädern und Kurbeln, doch nichts bewegte sich.

Sie blickte sich um und entdeckte weiter vorne eine Schalttafel auf einem Podest. Als sie näher kam, sah sie einen Mann dort liegen. Er hatte weißes Haar und einen weißen Bart, der aussah wie die Wolken. Sie sprach ihn an und schüttelte ihn an der Schulter. Langsam kam der Mann zu sich.
"Oh, mein Kopf. Was ist denn passiert? Und wer bist du, Mädchen?"
"Ich bin Alina und ich bin hier, damit es schneit. Es ist doch schon Dezember."
"Oh. Oh! Ja. Der Schnee. Hilf mir bitte. Ich bin gestolpert und mit dem Kopf gegen etwas Hartes gestoßen, dann weiß ich nichts mehr. - Oh je. Der Schalthebel ist abgebrochen. Das müssen wir reparieren, sonst kann ich die Maschine nicht starten. - Suche du ein Zahnrad. Hier liegt bestimmt eines herum. Und ich suche derweil einen Hebelersatz und Schrauben." Alina nickte, flitzte hinunter in die Halle und vorbei an großen Fließbändern. Sie musste gar nicht lange suchen und fand ein Zahnrad auf einem alten Hocker, das sie gleich zurückbrachte.

Der alte Mann hatte eine alte Kurbel gefunden und sofort machte er sich an die Arbeit, schraubte, klopfte, fluchte und zum Schluss gab er dem Kasten noch einen ordentlichen Tritt. Gluckernd und Schnaufend setzte sich das erste Rädchen in Bewegung und dann folgte das nächste.
"Es läuft!", freute sich Alina und sprang nach draußen, um zum dicken Schornstein hoch zu schauen. Und wirklich kamen nach wenigen Minuten die ersten kleinen Schneewolken hervor.

Sie verabschiedet sich vom Schneemann, der sie noch bis zur Wolkenleiter begleitete und versprach ihm, ihn auch einmal im Sommer besuchen zu kommen.

ENDE.

 


 

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