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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Niemand geht in den Wald - Teil 2"

 

 


 

K: Glaubst du, es ist gut, dort allein hineinzugehen?

S: Ja, warum nicht? Außerdem bin ich zum Fest wieder bei dir.

K: Es ist gefährlich. Niemand kam jemals wieder zurück.

S: Katsumi. Mach dir keine Sorgen. Ich bin nicht jeder.

K: Nein, Seiichiro. Aber auch du bist nur ein Mensch.

S: Hmmm…

K: Was Hmmm?

S: Bist du dir ganz sicher?

Ein Schritt und dunkle Schatten verschlingen den Körper.

K: Ganz sicher? Seiichiro, was meinst du damit? Seiichiro!!!!

Hallt der Ruf ins kalte Dunkle und verliert sich im Nichts.

 

I: Katsumi, wo ist er?

K: Im Wald, Ine-San. Er ist in den Wald. Allein! Aber niemand geht in den Wald!!! Nicht wenn es schneit! Nicht wenn die Zeit heran ist!

 

Schlägt Krallen in das Fleisch, genießt den Schrei bis er erstirbt. Verschlingt alles was es gab. Körper, Herz und Seele!

 

I: Katsumi, komm rein. Der Schnee ist zu kalt an bloßen Füßen.

K: Heute ist das Fest. Es ist bald schon spät, Ine-San, aber Seiichiro hat mich noch nie allein gelassen.

I: Katsumi, er wird kommen. Er hat es dir doch versprochen. Komm rein.

K: Nein. Ich warte hier. Bis er kommt!

 

So warm die weichen Schwingen, so sanft die feine Berührung.

S: Katsumi, was machst du nur? Du bist ganz kalt. Komm mit mir.

K: Ich habe auf dich gewartet, Seiichiro – Doch ein Engel? So ganz rein und hell.

S: Ja. Ein Engel. Dein Engel.

K: Was ist im Wald? Ich habe deine Seele schreien hören, dann war es totenstill, bis diese ungeheure Stille von Frieden übertönt wurde.

S: Der Wald ist frei, Katsumi. Jetzt kann jeder in den Wald gehen. Auch wenn es schneit, die Zeit heran ist.

K: Dann lass uns ins Haus gehen. Ine-San wartet und deine Hände sind schon kalt…

 

Ende

(16/10/2005)

 


 

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