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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Krankenvertretung"

 

 


 

Wie konnte ihm das nur passieren? Und dann vor allem gerade jetzt. Das durfte nicht sein! Seine Arbeit war wichtig, die konnte er nicht einfach so liegen lassen, nur weil es ihm grad mal nicht so gut ging. Doch der Arzt hatte es ihm sehr deutlich gesagt: verschleppte Grippe, strengste Bettruhe und ekeligen Gesundheitstee.

Es blieb also nichts anderes übrig. Er hatte intensiv nachgedacht, wie er alles regeln konnte, doch es blieb ihm wirklich nur diese eine Möglichkeit. Er rief Mika herein, seine rechte Hand. Sofort kam dieser auch durch die Tür gestürzt, ein wenig gehetzt. Er versuchte alles für seinen Chef im Griff zu behalten, aber das war nicht so leicht. Und das Gewusel in der Werkstatt war einfach nicht dafür gemacht, dass ein Elf wie Mika da den Überblick behalten konnte.

"Mika. Du musst leider doch hin. Wir brauchen ihn. Und nimm Dasher, er ist der Schnellste."
"Geht klar, Chef. Verlass dich auf mich", salutierte Mika, dann war er schon wieder davongeeilt.

Den Weg in die Stallungen fand Mika blind, immerhin liebte er die Tiere über alles. Und mit Dasher hatte er nicht nur das schnellste Rentier, sondern auch noch sein liebstes. So hatte er ihm die Trense schnell angelegt, erklärte dabei ihr Ziel und die Dringlichkeit ihrer Reise, schwang sich auf den bloßen Rücken und dann spurtete Dasher auch schon davon.

Nach fast einem Tag kam Mika abgehetzt in den grünen Höhlen an. Er erbat sich einen Termin beim Chef der Bluminge und wurde auch sofort vorgelassen, denn ungewohnt war sein Besuch allemal. Es war noch nie vorgekommen, dass ein Nord-Elf um diese Jahreszeit in den Frühlingshöhlen auftauchte. Die hatten gemeinhin zum Winter anderes zu tun.

"WAS!? Das ist nicht sein ernst!", fuhr das Langohr auf und wedelte dabei mit dem Brief, den ihm Mika überreicht hatte.
"Doch. Leider. Es ist ganz schlimm. Er schafft kaum ein paar wenige Schritte." Aufgeregt wanderte der große Hase vor seinem Schreibtisch auf und ab und murmelte wild vor sich hin. Die langen Ohren wackelten hektisch. Auch ihm war klar, dass nur er es machen konnte. "Also gut. Aber verkleiden tu ich mich nicht. Rot steht mir eh nicht."
"Nein, musst du nicht", lachte Mika heimlich, als er sich das vorstellte. Der Osterhase im roten Samtkostüm. Nee. Lieber nicht.

Und so war es dieses Jahr etwas ganz Besonderes, als ein Hase über Nacht Geschenke unter Tannenbäume legte und dazu bunt angemalte Eier. Es konnte ruhig jeder wissen, dass er da gewesen war und nicht der erkältete Weihnachtsmann.

 

 

Fröhliche Weihnachten

 


 

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