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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Ein dicker Hund."

 

 


 

Finny kam ausgepowert aber glücklich am Seeufer an und ließ sich auf die Bank fallen und nahm einen riesigen Schluck Wasser aus seiner Trinkflasche. Eislaufen machte Spaß, aber auch durstig. Und Finny hatte heute wirklich lange Zeit auf dem Eis verbracht. Aber besser konnte er seine vorlesungsfreie Zeit im Dezember nicht nutzen, als bei den Großeltern auf dem Land.

Da bemerkte er eine Bewegung aus den Augenwinkeln und als er aufblickte, entdeckte er wenige Schritte entfernt einen ziemlich großen und ziemlich dicken Berner Sennenhund, der in aller Gemütlichkeit im tiefen Schnee an ihm vorbeitrottete. Scheinbar kannte er seinen Weg, denn zielstrebig bog er weiter vorn an der Abzweigung rechts ab und folgte dem Seeufer.

Was war das denn? Kein Mensch dabei? Da hörte er es Keuchen und Fluchen und als er in die Richtung schaute, aus der der Hund gekommen war, entdeckte er einen jungen Mann. Er kam auf Finny zugelaufen: "Hallo. Hast du einen dicken Hund vorbeikommen sehen?" Finny zeigte einfach nur in die Richtung, in die der Hund hinter Sträuchern verschwunden war und der andere folgte seinem Fingerzeig. Finny schmunzelte.

Am nächsten Tag lockte strahlende Sonne und knisternde Kälte Finny wieder auf den See. Er teilte sich die Eisfläche mit einigen Kindern und brachte manchen ein wenig Eislaufen bei. Als er auf der Bank saß und mit einem Schokoriegel eine Pause machte, trottete ein bekannter Hund vorbei. Wie gestern schon, lief er an Finny vorüber und bog vorne rechts um die Kurve. Und nur Augenblicke später kam der junge Mann hinterher geflitzt. Finny grinste, zeigte nur um den See herum und der andere rannte gleich weiter, winkte kurz.

Am dritten Tag schneite es, doch nicht sehr und es hielt auch Finny nicht davon ab, wieder Eislaufen zu gehen. So langsam kannte er auch die Kinder recht gut und ließ sich gerne zu einem Eislaufwettstreit herausfordern. Zur Pause hatte er diesmal ein Sandwich dabei und als er so auf seiner Bank saß und einige Schneeflocken mit der Zunge fing, kam der dicke Hund vorbei. Finny lachte, der Hund war schon eine besondere Marke. Und da, wie zu erwarten, kam der junge Mann hinterhergehetzt. Finny lachte noch mehr. Es war einfach zu komisch. Er wollte dem Mann den Weg zeigen und verlor dabei das Gleichgewicht. Er kippte nach hinten weg und mit einem "Flop" landete er im weichen Schnee, die Beine in der Luft.

Jetzt hörte er den anderen lachen und eine Hand streckte sich zu ihm herunter. Finny ergriff sie und mit einem kräftigen Ruck wurde er wieder zurück auf die Bank gezogen.
"Das war wohl die Strafe für dein gemeines Lachen", wurde ihm erklärt. "Ich bin übrigens Franco und der Hund gehört nicht mir, ich passe über Weihnachten nur auf ihn auf."
"Finny", stellte sich Finny nun auch vor. "Aber lustig ist es trotzdem. Schokoriegel?", lud er Franco auf eine Pause ein und gleichzeitig war es auch eine Entschuldigung.
"Gerne. Danke. Ja lustig war es wohl - wie du wie ein Käfer dagelegen hastů", stichelte Franco auch noch mal und setzte sich mit auf die Bank.

Finny ließ sich aber gar nicht ärgern, dafür war er zu gut drauf. Und er freute sich auf die kommenden Adventstage. Anscheinend hatte er eine neue spannende Bekanntschaft gemacht.

Fröhliche Weihnachten

(10/ 2016)

 


 

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