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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Die drei Männer"

 

 


Der rote Schleier der Nacht hat sich noch nicht ganz herabgesunken. Drei ganz unterschiedliche Männer treten zögerlich näher an den Busch, dessen blaue Zacken spitz blitzen.

Zärtlich stellen sie ihre reich verzierten Kästchen beiseite, aus denen es leuchtet und gut duftet.

Endlich fasst der eine Mut, streckt die schwarze Klaue aus, packt eine runde Spitze und versucht das zappelnde Wesen aus dem Busch zu befreien. Entschlossen greifen die anderen mit zu. Reißen sich an blauen Kanten die Haut, färben die gelbe Erde grün mit ihrem Blut.

Jetzt ist es befreit und verwundert halten die Männer einen glitzernden Stern in ihren Händen.

Nun nimmt der Zweite seine Kette ab, an der ein Elefant als Schmuck befestigt ist. Er schwingt diese Kette so weit er kann, in den Himmel hinein, weit hinein, fängt eine Ecke des milchig weißen Nebels und zieht ihn daran hinab zur gelben Erde. Vorsichtig setzen sie den Silberstern darauf ab, schieben ihn ein wenig an, geben ihm Mut.

Erst zögerlich, doch dann immer schneller wandert der kleine Silberstern auf der Straße entlang. Hinauf und hinein in den Himmel an seinen angestammten Platz.

Voller Glück und Freude leuchtet er jetzt den drei Männern, so tagegleich, dass das Licht den Männern den Weg erhellt.

Nun ruhigen Gewissens folgen die Männer dem Licht des Silbersterns, tragen vorsichtig ihre zierlichen Kästchen bis sie den goldenen Palast erreichen, dem Heiligen ihre Gaben darbieten und mit langer Reise in ihre drei Reiche zurückkehren.

 

Ende

 

(06.11.2005)