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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Der Friedhofswächter"

Otis zog sich die festen Lederstiefel an und schlang sich den dicken Umhang um. Die gefütterten Lederhandschuhe durften nicht fehlen, ebenso sein Hut nicht. Dieser war aus festem Filz und hing ihm lang den Rücken hinunter. Das war perfekt für seine langen Haare, die er gut darin verstecken konnte. Nur vorne hingen noch einige silberweiße Haarsträhnen hervor und bedeckten seine rechte Gesichtshälfte. Die lange Narbe musste nicht gleich jeder sehen. Außerdem war der Hut schön warm. Immerhin war es kalt draußen und vorhin hatte es auch wieder mit Schneien begonnen.

Dann entzündete er ein kleines Streichholz und machte damit die kleine Kerze an, die er in das Fensterchen direkt neben der Eingangstür gestellt und mit einem kleinen grünen Zweig und einem Tannenzapfen hübsch arrangiert hatte.

Bevor er seine Hütte verließ, zündete er eine Laterne an und hängte sie an den kleinen Haken seines Stabs, den er extra dafür angebracht hatte. Nicht dass er Licht brauchte, aber der Schein hielt die Wesen auf einer gewissen Distanz, was bei einem Kampf nicht schlecht war.

Und als gerade das letzte Tageslicht zwischen den Kuppen des hohen Gebirges verschwand, war er auf dem abgelegenen Bergfriedhof unterwegs, um die Ruhe der Verstorbenen zu bewahren.

*

Es war erstaunlich friedlich gewesen. Otis hatte nur einen harmlosen Nachtschatten hinter einem alten Grab aufgestöbert und ihn gleich wieder in die Zwischenwelt befördert. Ihm konnte es nur Recht sein. So hatte auch er eine ruhigere Nacht.

Seine Runde war fast beendet, als er eine Gestalt wahrnahm, die nicht so recht hierher passen wollte. Er trat still näher und sah einen jungen Mann an einem frischen Grab sitzen, mitten im Schnee. Er wirkte nicht wie ein Grabräuber oder irgendeine andere seltsame Gestalt aus dem Zwischenreich - eigentlich völlig harmlos. Doch was machte ein Mensch zur Heiligen Nacht hier allein auf dem Friedhof? Um diese Uhrzeit? Völlig ohne Schutz gegen Kälte oder Angreifer? Und dann auch noch so komplett abwesend mit den Gedanken, dass er Otis noch immer nicht bemerkt hatte, obwohl der nun schon seit einer geraumen Weile hinter ihm stand. Wenn er sich jetzt dem anderen zeigte, würde der Junge zu Tode erschrecken. Obskur, kam man doch auf den Friedhof, wenn man bereits tot war, und starb dort nicht erst.

Aber der Junge schien wohl selbst gerne sterben zu wollen, denn seine Lippen waren schon ganz blau, der ganze Körper zitterte heftig und die Haut war so blass, dass er bereits wie ein Untoter aussah. Otis seufzte. Da hatte er heute Nacht wohl noch anderes zu tun, als den Friedhof zu bewachen. Dahin die Ruhe…

Er nahm seinen Umhang ab und warf ihn dem jungen Mann über. Wie erwartet schrak dieser mit einem lauten Schrei auf und krabbelte eilig rückwärts; weg von der Gefahr. Im Schein von Otis' Laterne blitzte etwas silbrig auf und der Junge hielt bebend ein kleines Messer vor sich. "Geh weg. Oder ich steche zu!", rief er; klang sehr entschlossen, auch wenn seine Stimme vor Angst zitterte.

"Ich glaube nicht, dass du dazu noch im Stande bist. Du solltest dir den Mantel überziehen und dann mit ins Warme kommen", erklärte Otis das Offensichtliche. Aber er blieb stehen wo er war, denn noch mehr verängstigen musste er den Jungen nun auch wieder nicht. Sicherlich wirkte schon sein Äußeres sehr gewöhnungsbedürftig, da musste er ihn nicht noch mit ungewollter Nähe bedrängen.

Seine Taktik ging auf. Der Junge ließ nach ein paar Momenten das Messer etwas sinken und griff tastend nach dem Mantel. Er war warm. Zufrieden beobachtete Otis, wie ihn der Junge sich etwas umständlich umlegte, dabei aber Otis nicht aus den Augen ließ.

"Wer bist du?", fragte der Junge nach einer Weile. Otis griente. Das war sein Friedhof. Wer war der Kleine, dass er sich von ihm Fragen stellen lassen musste? Er drehte sich um und ging die Wege zu seiner Hütte am Felseneingang zurück. Der Junge würde ihm schon folgen. Jetzt wo er die Kälte und die Dunkelheit - und die Angst spürte. Hä hä.

"Hey, du. - Warte!" Ha. Wie gedacht. Otis wartete nicht, verringerte aber seine Geschwindigkeit. Die Schritte des Jungen waren erst langsam, dann wurden sie schneller. Wahrscheinlich musste er erstmal seine Beine wieder zu einer vernünftigen Bewegung zwingen. Sie mussten vor Kälte taub sein.

Otis lächelte, als ihm der warme Schein der kleinen Kerze im Fensterchen entgegenschien. Bestimmt konnte sie es auch sehen, dachte er sich und freute sich darüber. An seiner Hütte angekommen, entzündete Otis eine zweite Laterne, die neben der Eingangstür hing und hängte seine Stablaterne gleich auf der anderen Seite der Tür an den dafür vorgesehenen Haken ein. Sie verbreiteten sanfte Lichtschimmer umher und schützten den Eingang zusätzlich vor ungebetenen Gästen, genau wie die magischen Schriftzeichen, die entlang des gesamten Türstocks in das Holz eingeritzt waren. Auch das Fenster war auf diese Weise geschützt.

Die Zeit reichte, dass der Junge ihn endlich einholen konnte. Otis öffnete die Tür und betrat die Hütte, wartete geduldig, bis auch der Junge sich endlich hereingetraut hatte. Mit reichlich Abstand schlich dieser herein und sah sich misstrauisch um. Was er dabei entdeckte, ließ ihn staunen. Die Hütte war gar keine Hütte!

Die Hütte selbst war nur der Eingangsbereich, wo Schuhe und Jacken hingen, sowie einige Ersatzlaternen und Kerzen. In einer Ecke waren Holzscheite gestapelt. Die Axt lehnte daneben.

Da, wo man eigentlich die Rückwand erwartete, erstreckte sich ein ausgedehnter Raum in den Felsen hinein, der mit vielen Teppichen am Boden und der Wand sehr behaglich gestaltet war.

Es gab sogar einen kleinen Arbeitsplatz mit einem Sekretär und einem Stuhl, daneben ein Regal mit ein paar wenigen Büchern. Er sah eine etwas abgeschirmte Waschgelegenheit, verschiedene Truhen und Schränke. Zwischen den Wandteppichen waren Schmuckelemente mit kaligrafischen Bildern angebracht.

Weiter hinten war mit einem wunderschönen Shoji - der mit einem filigranen Kirchblütenzweig bemalt war - die Schlafstelle vom sonst offenen Raum abgeteilt. Dieser Sichtschutz war so fein und schmuckreich, dass er gar nicht hierher passen wollte.

Mittig im felsigen Innenraum war eine großzügige Feuerstelle mit einem großen Kochgestell angelegt, an dem zwei Kessel hingen und wo noch immer das Feuer brannte und es so herrlich warm machte, vor allem, wenn man aus dieser eisigen Bergkälte kam. Den Jungen zog es automatisch dahin und sich die Hände reibend stellte er sich so dicht ans Feuer, wie es möglich war.

Otis ließ ihn machen. Er stellte seinen Stab beiseite, zog sich die festen Stiefel aus und schlüpfte in die Geta, die ihn aufgrund der hohen Sohlen noch etwas besser vor dem kühleren Steinboden der Höhle schützten. Nach kurzem Zögern nahm er auch seinen Spitzhut ab und band seine Haare mit einem schmalem Lederband nach hinten, damit er nicht darüber stolperte. Sie waren einfach zu lang, gingen fast bis zum Boden, aber sie waren ein Andenken, genau wie das kunstvoll gearbeitete silberne Kreuz, das er als Ohrhänger trug.

Dann nahm er einige Holzscheite und legte sie ins Feuer, das gierig danach griff. Von der Seite schob er den kleinen Kessel mit Wasser weiter zur Mitte, damit es wieder aufheizen konnte. Der Junge brauchte vor allem einen heißen Kräutertee. Besagter Junge schreckte auf, als Otis so um ihn herumwerkelte und blickte ihn an. Er schien ihn genau zu beobachten, jede Kleinigkeit zu entdecken, die es an Otis zu entdecken gab.

Neben den ewig langen Haaren, war da das silberne Auge, das umso stärker leuchtete, wie die Umgebung dunkler wurde. Das hatte ihn vor allem vorhin am Grab so sehr erschrocken. Das andere konnte der Junge nicht sehen, da es hinter dem kürzeren Pony versteckt war. Der auffällige Ohrschmuck war genauso ungewöhnlich wie die fein verzierten ledernen Armschienen, die mit magischen Schriftzeichen versehen waren. Ansonsten war Otis nicht sonderlich reich bekleidet. Eine strapazierfähige Lederhose, ein warmes Wollhemd.

Mit sicheren Handgriffen arbeitete Otis an der Feuerstelle und ehe es sich der Junge versah, hatte er bald einen Becher heißen Tee in der Hand und saß auf einem bequemen Stuhl direkt am Feuer. Statt dem Umhang hatte Otis ihm ein warmes weiches Fell von seinem Bett gegeben. Langsam sah der Junge auch wieder wie ein richtiger Mensch aus. Die Blässe der Haut war einer rosigen Farbe gewichen und die Angst war auch aus den Augen verschwunden.

Aber gesagt hatte er bisher nichts. Nun, Otis hatte auch erst mal anderes zu tun. Im großen zugedeckten Kochtopf köchelte es stetig vor sich hin und roch schon verführerisch. Es gab Karnickeleintopf mit wilden Karotten und Zwiebeln. Kurz vor dem Servieren gab er noch einige Bergkräuter dazu. Das sollte neben dem Tee dem Jungen ausreichend Kräfte zurückgeben und ihn vor allem vor einer fetten Erkältung bewahren. Denn Fieber in den Bergen war eine Sache, die man nicht unterschätzen sollte. Vor allem, da der nächste Arzt erst in der größeren Stadt zu finden war. Da brauchte man mindestens zwei Tage hin. Das kleine Bergdorf, das in der Nähe lag, hatte keinen Arzt.

"Nun, Junge. Was treibst du dich also nachts mitten in dieser Kälte auf dem Friedhof herum? Vor allem gerade heute Nacht? Solltest du da nicht mit deiner Familie Weihnachten feiern?" Otis wusste, dass er recht harsch klang. Doch so oft hatte er keinen Besuch zum Reden in seiner Hütte. Nur manchmal kamen Menschen auf den Friedhof, um ihren Verstorbenen zu gedenken oder wenn wieder eine Beerdigung war. Aber mit denen unterhielt er sich kaum.

"Sie ist meine ganze Familie", antwortete der Junge nur leise und starrte in seine Schale mit Eintopf. Otis war schon klar, wen der Junge meinte. Schließlich hatte er das Mädchen dort selbst beerdigt. Es war traurig gewesen, denn niemand außer Otis und der Priester des Dorfes waren dabei gewesen. Von dem Geistlichen hatte er auch erfahren, dass das Mädchen schon seit einiger Zeit allein leben würde, da der Bruder in der großen Stadt nach Arbeit suchte. Sie war bei Eis und Glätte an einem kleinen Hang ausgerutscht und in den Fluss gefallen; dort ertrunken und erfroren.

"Tja. Und nun? Willst du dich um ihrer Willen auch zu Tode frieren? Meinst du, das würde sie wollen?"
"WAS WEISST DU SCHON DAVON, FRIEDHOFSWÄCHTER?", schrie der Junge plötzlich. Oh ha! Da war wohl jemand wieder auf Betriebstemperatur!
"Da magst du Recht haben. Was weiß ich schon von Familie…", zuckte Otis mit den Schultern und stand auf, um sich seine Schale noch einmal nachzufüllen. Sollte der Junge sich erstmal beruhigen und seinen Eintopf essen. Mit gefüllten Magen ließ es sich besser denken und ruhiger diskutieren.

Der Junge blieb die nächsten Minuten auch still, blickte lange in seine Schale mit Eintopf und schien weit weg mit seinen Gedanken. Das schaute sich Otis eine Weile mit an, während er seine Portion aufaß. Doch länger wollte er das nicht dulden. Sein Eintopf schmeckte nur heiß wirklich gut und so sollte er also auch heiß gegessen werden! Er wollte sich anschließend nicht nachsagen lassen, er wäre ein schlechter Koch, nur weil die Suppe kalt war.
"Iss deinen Eintopf. Danach kann ich dir ein Angebot machen."

Das war unerwartet. Der Junge schaute misstrauisch zu Otis auf.
"Iss! Ich meine, dass ich gut kochen kann, aber es schmeckt nur, wenn es heiß ist", erklärte Otis ernsthaft und ging auf das ominöse Angebot vorerst nicht weiter ein. Und endlich nahm der Junge einen ersten Löffel. Otis grinste in sich hinein, als er den Jungen dabei heimlich beobachtete. Der nahm zwar den Löffel auf, führte ihn aber erst unauffällig zur Nase, um daran zu schnuppern. Dann aß er davon. - Und hörte gar nicht mehr auf. Zögernd schob er Otis nach nur wenigen Minuten die Schale noch einmal hin und der füllte sie ihm wieder auf. Es war ja genug da.

"Und? Ist gut, nicht?", musste Otis aber doch nachfragen.
"Ja", bestätigte der Junge ihm leise. "Danke", schob er dann noch hinterher. Nach einem weiteren Löffel blickte er auf und schaute Otis fest an. "Entschuldige, dass ich so unhöflich war. Du kannst nichts dafür, dass passierte, was passierte. Es ist allein meine Schuld. Schwester war meine einzige Familie und ich hätte sie nicht allein lassen sollen. Doch sie wollte nicht mit in die große Stadt, sondern in unserem Elternhaus bleiben. Ich dagegen suchte nach einer Möglichkeit, besser Geld verdienen zu können. Ich wollte ihr doch nur ein besseres Leben bieten… - Aber in der Stadt erkannte ich, was sie versuchte, mir schon die ganze Zeit zu sagen. Wir brauchten nicht mehr Geld, um ein glückliches Leben zu haben. Wir brauchten nur uns zwei. Ich kam zum Fest zurück und wollte im Dorf bleiben - und fand nur noch ein leeres Haus und ein frisches Grab vor."

"Das ist sicherlich eine sehr traurige Geschichte, aber willst du dich jetzt wirklich draußen zu Tode frieren?"
"Und wenn es so sein sollte?", fragte der Junge resigniert zurück. "Sie war das einzige, was ich im Leben hatte."
"Ich behaupte, dass das nicht stimmt!"
"WAS?" Die Stimme des Jungen war eine Mischung aus Unglauben, leichte Hysterie und Zorn.
"Ich behaupte, dass ich dich heute vor dem Erfrieren gerettet habe. Dein Leben gehört nun mir!", stellte Otis mit fester Stimme klar und schaute den Jungen unverwandt an.

Es blieb lange ruhig. Otis sah den inneren Kampf des Jungen, aber er ließ ihn in Ruhe. Er war ja froh, dass er nicht einfach aufsprang, nach draußen rannte und sich dort in den Bergen versteckte, wo Otis ihn niemals wieder finden würde.

Mit einem heftigen Schluchzen wischte sich der Junge schließlich einige Tränen aus den Augen. Es half nicht viel, es kamen immer wieder neue. Geistesgegenwärtig stellte er den guten Eintopf beiseite, um ihn nicht zu verschütten. Denn mit den Tränen kam auch noch Schluckauf.

"Was - was verlangst du denn von mir?", fragte er irgendwann mutlos, als er sich weites gehend beruhigt hatte.
"Nichts! Außer dass du mir versprichst, dich nicht wieder zu Tode zu frieren. Von mir aus bleibe eine Weile hier, wenn du meinst, im Dorf gibt es nichts mehr für dich."
Dieses Angebot verblüffte nicht nur den Jungen. Otis war von sich selbst wohl viel mehr überrascht. Seit wann lud er Fremde in seine Hütte ein? Noch dazu für längere Zeit? Hatte ihn die Einsamkeit so verzweifelt gemacht?

"Und dass du mir deinen Namen verrätst… Ach - und ich bin Otis", erklärte er, als er sich bewusst wurde, dass auch er sich noch gar nicht vorgestellt hatte.
"Ojiro. Mein Name ist Ojiro", sprang der Junge auf und verneigte sich. "Ich bin dreiundzwanzig und wie du weißt, bin ich im Dorf aufgewachsen. Ich habe nichts Spezielles gelernt, kann aber gut arbeiten. Holz hacken, jagen, fischen. Ich kann Reparaturen durchführen. Ich kann gut mit Hammer und Säge umgehen. Wenn ich einstweilen hier wohnen darf, dann würde ich mich um das alles kümmern. Oder Dinge aus dem Dorf oder der Stadt besorgen."

"Stopp!", lachte Otis und hielt eine Hand abwehrend hoch. "Ich habe nicht gesagt, dass du arbeiten sollst, solange du hier bist. Du sollst dir nur im Klaren werden, was du zukünftig machen möchtest. Sieh es als Urlaub", erklärte Otis.
"Urlaub?! Auf einem Friedhof?", fragte Ojiro ungläubig nach. "Du musst zugeben, dass das mehr als seltsam klingt."
Das brachte Otis zum Nachdenken. Ja, wahrscheinlich war das seltsam. Zumindest für andere.
"Na ja. Es ist meistens ruhig. Dich nervt kein neugieriger Nachbar. Keiner will dir etwas klauen. Na gut. Manchmal sind Grabräuber unterwegs. Aber das ist ja mein Job. Das würde dich nicht betreffen. Tagsüber ist es hier wirklich sehr angenehm. Du hast einen wunderbaren Blick über das Land und die Berge und der Bergsee hier in der Nähe ist im Sommer einfach nur herrlich…"

"Also wenn du es so beschreibst, ist das natürlich was ganz anderes…", schüttelte Ojiro den Kopf und musste über Otis' Argumente grinsen. Doch als er es bemerkte, verzog sich sein Mund trotzig und beschämt. Er lachte, wo doch seine Schwester gestorben war. Energisch holte er sich seine Schale wieder heran, setzte sich und aß den Rest des Eintopfs.

*

Schweigend hatten sie aufgegessen und noch eine Tasse heißen Tee getrunken. Kommentarlos forderte Ojiro dann das benutzte Geschirr ein, um es an dem kleinen Steinspülbecken an der Seite zu säubern, zu trocknen und dann - nach kurzem Suchen - in den richtigen Schrank zu wenig anderem Geschirr zu stapeln. Otis lächelte und freute sich über diese dankbare Geste. Er ließ Ojiro in seinem kleinen Küchenbereich machen und ging nach hinten in seinen Schlafbereich.

Als Ojiro sich zu Otis umdrehte, war dieser gerade dabei, in einer großen Truhe beim Bett nach Kleidung zu suchen. Ojiro fragte sich, wie Otis dabei stets diese ewig langen Haare aus dem Weg hatte. Er selbst hätte sich schon mehrfach darinnen verheddert oder wäre gestolpert. Abgelenkt fuhr er sich durch sein eigenes kurzes Haar und schreckte auf, als Otis plötzlich mit ihm sprach.
"Ich gehe meine zweite Runde machen, Ojiro. Ich weiß nicht, wie du dich fühlst, aber wenn du dich warm einpackst, kannst du gerne mitkommen. Wir können zum Schluss auch noch einmal am Grab deiner Schwester halten", erklärte er. Er kam mit einem wollenem Hemd, einem warmen Mantel, dicken Socken und einem langen Schal zu ihm.
"Oh. Aber nur wenn du willst. Eigentlich ist ja Schlafenszeit für normale Leute. Du kannst natürlich auch gerne hierbleiben und schlafen. Was auch besser wäre. Ich habe Sorge, dass du dir noch eine Erkältung einfängst."

Er sorgt sich um mich, dachte Ojiro und fühlte Wärme in sich. Doch er schüttelte den Kopf.
"Nein. Ich bin wohl müde, aber noch zu aufgewühlte. Ich glaube, ein Spaziergang ist nicht verkehrt." - Ein Spaziergang mitten in der Nacht, mit einem eigentlich Fremden, über einen Friedhof. Wie romantisch.

Er schob seinen Sarkasmus entschlossen zur Seite, griff sich die Kleidung und verschwand damit zur Schlafstatt, wo er sich hinter dem Shoji umziehen konnte. Dabei fiel ihm auf, wie dünn seine eigene Kleidung wirklich war. Viel zu dünn, wo er doch in seiner Hütte im Dorf auch richtige warme Winterkleidung hatte. Der Schock und die Trauer über seine plötzlich verstorbene Schwester hatten ihn wirklich alles andere vergessen lassen. Seufzend kletterte er in die warme Hose und überlegte sich, seine eigene Kleidung noch zu holen, sollte er wirklich einige Tage hier bleiben.

Als er wieder nach vorne kam, hatte Otis bereits wieder seinen Mantel und den ungewöhnlichen langen Hut angezogen, der geschickt die gesamte Haarmasse verbarg.
"Bereit?", fragte Otis und Ojiro nickte.

Draußen wurden sie von Kälte und sanft fallenden Schneeflocken empfangen. Otis nahm eine der beiden Laternen vom Eingang und hing sie an seinen Stab, dann ging er auch schon los. Ojiro folgte ihm schweigend. Er hielt sich nah an dem großen Friedhofswächter, denn einerseits sah er nicht viel in dieser Dunkelheit, andererseits erfasste ihn jetzt doch ein wenig Furcht. Er fragte sich, wie er zuvor so gedankenlos zum Grab seiner Schwester gehen konnte. Da war ihm wohl alles andere egal gewesen, selbst dass die Dämmerung schon längst hereingebrochen war. Und jeder wusste doch, dass die Dunkelheit die Zeit der Geister, Untoten und anderen schwarzen Gestalten war.

Es knackte und raschelte hinter ihm! Ojiro schrie leise auf, krallte sich in Otis Mantel und drängte sich dicht an ihn.
"Keine Angst, das war nur ein kleines Waldtier. Ein Vogel oder ein Eichhörnchen", erklärte Otis ruhig und blieb stehen. "Willst du lieber zurück in die Hütte?"
Ojiro schüttelte nur den Kopf. Er wollte doch noch einmal ans Grab seiner Schwester. Als ihm bewusst wurde, dass Otis seine Bewegung ja nicht sehen konnte, schob er noch ein bekräftigendes ‚Nein!' hinterher.

Otis nahm seinen gleichmäßigen Schritt wieder auf, doch Ojiro blieb diesmal ganz dicht bei ihm, hielt noch immer den Mantel fest. Ojiro ging zielstrebig seine Reihen ab und zeigte Otis ab und zu ein Grab, in dem ein bekannterer Mensch des Dorfes beigesetzt worden war, wie der erste Sh?ya des Dorfes, der gut für die Dorfbewohner gesorgt hatte, oder der mutige Kämpfer Geomon, der einst allein eine ganze Bande an Räubern besiegte und damit das Dorf rettete.

Sie kamen in den hinteren Teil des Friedhofes, der durch eine natürliche Mauer aus Bergfels und Hecken begrenzt wurde. Dahinter fiel der Boden steil ab in ein schmales Tal, wo sich der Fluss einen tiefen Weg über die Jahrtausende gegraben hatte.
"Siehst du, Ojiro? Dort kannst du die Lichter des Dorfes sehen", zeigte Otis auf winzige Lichter, die man gerade so noch bei dem sachten Schneefall erkennen konnte. Er ließ Ojiro ein wenig schauen, bis er ihn sachte am Arm berührte und auf den Weg zurück deutete.

Ojiro nickte und folgte wie zuvor dicht an Otis gedrängt. So interessant und schön diese Aussicht auch gewesen war - sie waren noch immer auf einem nächtlichen Friedhof. Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht, als Otis plötzlich stehen blieb. Er reichte Ojiro die Laterne.
"Nimm, Ojiro, und bleibe hier stehen. Keine Angst. Das Licht schützt dich", erklärte er ihm. Dann grinste er ihn wölfisch an, das Auge leuchtete silbrig auf. Fest packte er seinen Stecken mit beiden Händen und mit einer schwunghaften Bewegung klappte eine Sichel am Ende seines Stabes auf.
"Ich gehe jetzt auf Ghul-Jagd!" Damit war er mit wehendem Mantel hinter zwei größeren Gräbern verschwunden und ließ Ojiro allein…

Ojiro konnte nur ‚Sensenmann!' denken. Dann hatte er Angst. Einfach nur Angst. Sie war noch größer, als die Angst, die er empfunden hatte, als er vom Tod seiner Schwester erfahren hatte. Er klammerte sich an der Laterne fest, konnte keinen Schritt vor oder zurück tun. Er hörte Geräusche hinter sich, die nur von kleineren Tieren stammen konnten - oder doch von kriechenden Skeletten? Seitlich hörte er wieder knackendes Geäst. Kleine Vögel - oder doch ein anderes grauenhaftes Nachtwesen? Kamen sie näher? Er wollte weglaufen, konnte sich aber nicht bewegen. Er wollte zumindest hinsehen, doch auch wieder nicht das Grauen sehen, was sich ihm da näherte.

Von vorn drängten sich ihm Kampfgeräusche entgegen. Er hörte die Sense durch die Luft zischen, gurgelnden und würgende Laute, dumpfes Schnarren und Kratzen. Doch sehen konnte er nichts. Er zitterte so stark, dass ihm die Laterne aus der Hand rutschen wollte. Er umkrampfte sie noch fester. Tränen rannen bereits seine Wangen hinunter.
"Otis", flüsterte er verzweifelt. Seine bebende Stimme hörte sich so beschämend an, doch er konnte seine Angst einfach nicht überwinden.
"Otis", rief er noch einmal, lauter und voller Grausen. Ein Schatten sprang ihm zwischen den Gräbern entgegen, ein rotglühendes Auge! Er schrie und kniff die Augen zusammen, sank in sich zusammen.

Er wurde von einem weiten Mantel und zwei starken Armen umfangen und dann hörte er Otis' Stimme ganz nah bei sich.
"Ganz ruhig, Ojiro. Ich bin doch da. Hier ist nichts Gefährliches mehr…", versuchte er Ojiro zu beruhigen.

Oh je. Das hatte Otis nun nicht gewollt. Dass der Junge solche Angst haben könnte, hatte er nicht bedacht. Das Licht der Laterne hielt Unwesen ab und die in die Glasscheiben der Laterne eingravierten magischen Schutzformeln, die durch das Licht auch Worte in den Schnee schrieben, bildeten effektiv einen Schutzkreis um den Träger herum. Ojiro war also sicher gewesen. Doch was brachte einem die Sicherheit, wenn man Angst hatte…

Er drückte ihn noch ein wenig mehr, streichelte beruhigend den Rücken auf und ab. Er hatte selbst schon lange keine Angst mehr. Er hatte alles gesehen, was man auf einem Friedhof und in der Zwischenwelt sehen konnte. Aber er durfte nicht vergessen, dass andere Menschen eben nicht auf einem Friedhof lebten und nicht nachts draußen herumstromerten.

Es dauerte, bis Ojiro seine Angst überwinden und Otis anblicken konnte. Das eine Auge leuchtete noch immer sachte rot.
"Was war das?", fragte er mit noch leicht schwankender Stimme und getraute sich, umher zu schauen. Er hörte den Wind in Blättern rauschen, mal einen Ast knacken, vermutlich einen Vogel im Gebüsch rascheln. Er glaubte sogar, die Schneeflocken fallen zu hören. Normale Laute in einer normalen Winternacht. Nichts Beängstigendes war da, wo er vorher alles nur mit Schrecken sehen und hören konnte.

"Ghuls. Aber du brauchst keine Angst vor ihnen zu haben. Solange man sie nicht stört, lassen sie die Lebenden in Ruhe. Sie fressen nur Totes. Aber ich habe sie wieder dorthin zurückgeschickt, wo sie hergekommen sind… Sie haben auf meinem Friedhof nichts zu suchen!", erzählte Otis und klang sehr entschlossen, seinen Friedhof vor ungebetenen Gästen zu schützen.
"Wohin zurückgeschickt?"
"Na in die Zwischenwelt. Dort, wo die Schatten wohnen und alles, was nicht mehr in diese Welt gehört, hingeht. Auch Menschenseelen wechseln dahin."
"Soll das heißen, dass auch meine Schwester dort ist?", wollte Ojiro wissen. Er konnte sich das gar nicht vorstellen. Warum sollte seine liebe Schwester dort sein? Hatte sie nicht den Himmel verdient?

"Ja, auch sie. Doch ihr Weg führt sie in eine andere Richtung. Sie wird es gut haben. - Komm, gehen wir doch zu ihr", führte Otis ihn Richtung des vorderen Friedhofsteil, wo Ojiros Schwester beerdigt worden war. Dabei hielt er Ojiro einfach weiterhin im Arm, der ihnen den Weg mit der Laterne leuchtete.

*

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten sie das Grab. Die Laterne beleuchtete es mit warmem Licht und es wirkte ruhig und friedlich. Ojiro blickte still darauf und fühlte erneut die tiefe Traurigkeit und nagende Schuld. Jetzt erst sah er, dass auch Blumen dalagen. Diese waren nicht von ihm. Er war mit leeren Händen hergekommen.

Otis ließ ihn eine Weile mit seinen Gedanken allein, dann aber sprach er ihn sachte an.
"Ich habe dir vorhin gesagt, dass ich dir einen Vorschlag machen kann."
Ojiro blickte verwirrt zu ihm auf. Warum wollte Otis gerade jetzt von seinem kuriosen Urlaub auf dem Friedhof sprechen?
"Es ist nicht schlimm, Otis. Sobald die Sonne aufgeht, gehe ich in mein Dorf zurück. Du musst nicht weiter auf mich aufpassen. So einen Angsthasen wie mich, brauchst du eh nicht hier…"

"Was? Von was redest du?"
"Na von deinem Vorschlag, dass ich hier eine Weile wohnen darf."
"Ach so. Nein. Den meine ich nicht. Du kannst gerne solange bleiben, wie du möchtest. Das habe ich ernst gemeint. Aber ich kann dir noch etwas anderes anbieten. Es ist etwas Besonderes, das ich nicht mit jedem tun würde. Denn du musst mir vertrauen."
Ojiro gingen so einige seltsame Gedanken durch den Kopf, die alle nicht gerade jugendfrei waren. Er wurde rot dabei. Ganz sicher meinte Otis was völlig anderes, aber so wie er es ausdrückte, klang es nach einer merkwürdigen Kuschelrunde.
"Was ist es denn nun?", wollte er es endlich wissen.
"Ich kann mir vorstellen, dass du dein Schwester gerne noch einmal sehen willst. Ich kann dir dabei helfen. Wir können in die Zwischenwelt wechseln. Bestimmt ist sie noch dort. - Aber nur, wenn du mir eines versprichst…"

Ojiro japste auf. Er durfte wirklich seine Schwester noch einmal sehen?! Das war unglaublich. Wie konnte Otis da nur fragen? Da gab es doch nur eine Antwort.
"Natürlich will ich. Egal was es kosten mag!"
Otis lachte. "Es kostet nichts. Nur du musst mir versprechen, bei mir zu bleiben. Du musst mich festhalten. Sonst gehst du verloren."
"Ja, ja! Alles was du willst!"
"Gut. Dann halte dich fest. Es wird sich für dich sicher etwas komisch anfühlen, wenn wir in die andere Welt wechseln. Aber es wird dir nichts passieren. Wenn dir schwindelig wird, schließe einfach die Augen", empfahl Otis und hielt Ojiro die Hand hin. Dieser ergriff sie sogleich und umschloss die großen behandschuhten Finger so fest, dass es Otis fast schmerzte.

Otis nickte ihm noch einmal zu, dann begann das eine Auge wieder so rot zu leuchten. Es wurde immer intensiver und Ojiro war so fasziniert von diesem Anblick, dass er das Ziehen und Zerren an sich gar nicht wirklich wahrnahm. Eine Art kräftiger Wind wirbelte um sie her, brachte rötliche und braune Farben mit sich. Mit einem Male war es vorbei und Ojiro fand sich auf einer Anhöhe wieder. Er stand auf braunem Sandgestein in einem Kreis aus magischen Schriftzeichen und blickte in eine weite Ebene hinab.

Und es schauderte ihn. Unwillkürlich rückte er dichter an Otis heran, der ihm sicher einen Arm um die Schultern legte.
"Keine Angst. Es tut dir keiner etwas. Dies sind nur wandernde Seelen."
Eine lange Reihe schwarz gekleideter Gestalten lief unter ihnen vorbei. Murmelnd, flüsternd, leise summend. Es wirkte so trist und leer und einsam, dass es Ojiro Tränen in die Augen trieb.
"Wo gehen sie hin?"
"Sie wissen es nicht. Dafür sind die Wächter der Ebenen da. Sie werden sie finden und begleiten. - Da! Schau. Da ist schon ein Wächter." Ganz aufgeregt zeigte Otis zu einer anderen kleinen Anhöhe. Ojiro folgte seinem ausgestreckten Arm und konnte zwei Personen erkennen. Zuerst glaubte er, ein Spiegelbild zu sehen. Doch dann endlich hatten sich seine Augen an die Weite gewöhnt und er bemerkte seinen Irrtum. Das da drüben war nicht Otis mit seinen langen Haaren. Das war ein hübsches junges Mädchen, mit gleichfalls solch langen Haaren und auch einem langen Stab in der Hand. Sie lachte und winkte fröhlich. Und neben ihr stand - Ojiros Schwester!
"Schwester! Schwester!", rief er, winkte und wollte zu ihr.
"Stopp. Keinen Schritt weiter", wurde er fest von Otis zurückgezogen. "Du darfst den Kreis nicht verlassen. Du bist ein Lebender. Du würdest verloren gehen. Dieses Land ist für die Toten bestimmt."
"Aber Schwester ist dort drüben. Siehst du sie? Bei dem Mädchen mit den langen Haaren. Sie sehen doch aus wie wir. Nicht wie diese Schatten hier unten. Sie leben doch sicher noch."
"Ich weiß, Ojiro. Doch glaube mir, sie sind beide tot. Deine - wie auch meine Schwester. Und nun sind sie hier Wächter für diese Seelen. Wenn unsere Zeit gekommen ist, dann dürfen wir zu ihnen, Ojiro."

Otis Stimme klang so sehnsuchtsvoll und schmerzlich, dass Ojiro begriff: auch Otis hatte seine Schwester verloren und nun wartete sie an diesem Ort, in diesem Zwischenreich, auf ihn, bis sie gemeinsam ganz gehen konnten. Und Ojiros eigene Schwester tat es ihr gleich. Er blickte wieder zu den zwei Mädchen hinüber und winkte ihnen. Seine Schwester lächelte ihn glücklich an und es war das schönste und gleichzeitig traurigste Geschenk, was sie ihm hätte geben können. Sie verzieh ihm und wünschte ihm ein schönes Leben, bis sie sich wieder in den Arm nehmen konnten.

Weinend lehnte er sich an Otis, in die jetzt schon so vertraute Umarmung, und ließ sich von ihm wieder in die Mitte des Kreises ziehen. Durch den kleinen Wirbelsturm um sie herum sah er seiner Schwester so lange nach, wie es möglich war.

Als er blinzelte standen sie wieder auf dem Friedhof und blickten auf das frische Grab.
"Es tut mir leid. Lange kann ich dort nicht verweilen. Immer nur kurze Augenblicke."
Ojiro schniefte und wischte sich die letzten Tränen weg.
"Du musst dich doch nicht entschuldigen. Du hast mir gerade so viel gegeben. Ich weiß gar nicht, wie ich dir das je wieder zurückgeben kann. - Ich muss mich dagegen entschuldigen. Du hast auch deine Schwester verloren. Und nun lebst du ganz allein hier." Und genau das war der Gedanke, der ihn zu dem Entschluss brachte.

"Otis. Wenn du es mir gestattest, möchte ich bei dir bleiben. Dir helfen, für dich da sein. So, wie es in einer Familie üblich ist."
Das war so überraschend, dass Otis erst einmal nur sprachlos den Mund auf und zu klappte.
"Du ~ du willst meine Familie sein?"
"Ja", nickte Ojiro. Er musste etwas lächeln. Bisher hatte Otis immer sehr selbstbewusst gewirkt. Ihn nun so unsicher zu sehen, weckte in ihm liebevolle Gefühle.
"Ja. Ich will deine Familie sein", bestätigte er noch einmal.
"Dann will ich dieses teure Geschenk annehmen. Vielen Dank. Ich habe solange keine Weihnachtsgeschenke mehr bekommen."
"Wirklich? Dann will ich dir noch eines geben", sprach Ojiro leise, streckte sich und hauchte verschüchtert einen Kuss auf Otis Wange.

Als sie Arm in Arm zurück zur Hütte gingen, zog sich ein heller Silberstreifen am Horizont entlang und kündigte den neuen Tag an.

 

ENDE.

 


 

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