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DETECTIVE CHIEF INSPECTOR CHRISTIAN HAYES - DEZEMBER-ANSCHLÄGE 3 - SAGRADA FAMÍLIA

Chris schniefte und hustete gleichzeitig, als er an der imposanten Kirche hinaufblickte, die zur Nacht von allen Seiten schön beleuchtet war. Der Sturz in die Moldau war recht glimpflich verlaufen. Die Polizisten hatten ihn sofort wieder heraus geangelt und er hatte keine Blessuren davon getragen, außer einer tüchtigen Erkältung.

Auf den Stufen der Kirche lag das Opfer, ansonsten war Chris allein. Keine Touristen, Einheimische oder Polizisten. Noch nicht einmal sein Forensiker George war da, aber um zu sehen, dass der Mann tief gefallen war, erkannte er auch ohne ihn. Das Blut lief träge die Stufen hinunter, was Chris verwirrte. Er berührte den armen Mann am Hals, spürte keinen Puls. Er war wirklich tot, doch noch sehr lebendig warm. Es musste also erst vor ganz wenigen Augenblicken passiert sein. Der Mörder könnte noch da oben sein!

Er rannte los! Trotz der Erkältung hetzte er die vielen Stufen der berühmten Kirche hinauf. Er hatte die Augen vor sich, die ihn auf der Karlsbrücke schreckgeweitet angeschaut hatten. Chris würde sie nicht wieder vergessen. Selbst wenn das restliche Gesicht von diesem Weihnachtsmannbart verdeckt war, die Augen hatte er sich genau eingeprägt.

Schon nach wenigen Absätzen entdeckte er die ersten Sprengladungen und zog einfach beim Vorrübergehen die Zünder aus dem Plastiksprengstoff. Selbst wenn jetzt der Auslöser betätigt wurde, diese hier würden nicht mehr hochgehen. Eigentlich sehr unvorsichtig von dem Mörder. Aber er rechnete wohl nicht mit Chris, der zur nächtlichen Stunde hier aufgetaucht war.

Chris kam höher und höher und da entdeckte er eine Bewegung. Ein roter Mantel bewegte sich dort um die runde Ecke der Wendeltreppe. Er hetzte hin, der Weihnachtsmann hörte ihn, machte einen erschrockenen Laut und wendete sich zur Flucht. Chris machte einen gewaltigen Satz und packte den Mann. Er griff in weichen Stoff und hielt fest. Der andere zog aber auch. Plötzlich gab der Zug nach und Chris stolperte nach hinten, fiel zu Boden und sah nur noch den Mann in den dunklen Schatten der Turmspitzen verschwinden. Chris hatte den roten Mantel in der Hand.

Verdammt! Fast hätte er ihn gehabt. Aber er musste sich um die Sprengladungen kümmern. Er hatte sie direkt vor sich und beschaute sich die Konstruktion. Es war tatsächlich der gleiche Aufbau wie bei den anderen und er konnte einfach den gelben Draht ziehen. Auch diesmal kam kein Springteufelchen hervor und auch sonst passierte nichts Ungewöhnliches. Er war wohl wirklich viel zeitiger hier gewesen, als der Mörder gedacht hatte.

Chris war zuversichtlich. Er klaubte den roten Samtmantel zusammen und nahm ihn mit sich nach London. Er war fest entschlossen, den bösen Weihnachtsmann bei der nächsten Gelegenheit zu fassen.

Ende Teil 3 der Dezember-Anschläge

 


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