die-burg

zurück zur Bibliothek

Impressum

 

du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "DCI CH: Dezember-Anschläge 2: KARLUV MOST"

 


DETECTIVE CHIEF INSPECTOR CHRISTIAN HAYES - DEZEMBER-ANSCHLÄGE 2 - KARLUV MOST

Detective Christian Hayes wunderte sich schon nicht mehr, als er wieder an einem fremden Ort auftauchte, ohne dass er selbst etwas dazu getan hatte, aber er musste sagen, dass es ein schöner Ort war. Es war winterlich kalt, aber es war morgens, die Sonne ging gerade auf und tauchte alles in ihr goldenes Licht. Ließ die Kristalle vom Morgenfrost glitzern. Er stand auf einer großen Brücke über einem breiten Fluss, Skulpturen von Heiligen rechts und links, imposante Brückentürme zu beiden Seiten. Er war auf der Karlsbrücke mitten in Prag!

Er entdeckte eine Gruppe Polizisten, die einen Bereich der Brücke abgesperrt hatten. Es waren schon einige Menschen zu dieser morgendlichen Stunde unterwegs, die zum Teil neugierig stehen geblieben waren. Chris musste sich durch sie hindurchschieben und erreichte endlich den Sperrbereich, wo er auch schon George, den Forensiker sah.

"Guten Morgen, George. Was haben wir?", fragte er seine obligatorische Frage, auch wenn er schon längst sah, dass dort ein toter Mann lag und ihnen leider nichts mehr sagen konnte. Er hielt sich mit weiteren Fragen gar nicht auf, sondern griff sogleich dem Opfer in die Innentasche der Winterjacke und fand die Notizen des Detectives: "als Weihnachtsmann verkleidet", "will Brücke zerstören", "in den Morgenstunden". Diese schöne Brücke sollte also gesprengt werden. Aber wo könnte man am besten eine Sprengladung anbringen? Sein Blick schweifte über die Brücke und die Menschenmenge, als ihm ein rot-weißes Kostüm ins Auge fiel. DA! Das war ein Weihnachtsmann, der sich nicht wie ein Weihnachtsmann verhielt. Er war viel zu neugierig und filmte sogar die Polizisten. Christian sprang los. Er kletterte einfach auf die Brüstung der Brücke, umging damit die Menschenmassen.

Jetzt sah ihn aber auch der sehr verdächtige Weihnachtsmann. Chris konnte den Schreck in dessen Augen sehen. Noch im selben Augenblick rannte der Weihnachtsmann so schnell davon, dass Chris ihn nicht mehr erreichen konnte. Er ließ ihn laufen; er musste sich um die Bombe kümmern. Die hatte er nämlich während seiner wilden Jagd gleich mitentdeckt. Als er auf der Brüstung gelaufen war, hatte er verdächtigen Kabel und Strippen außen am Mauerwerk gesehen und genau in der Mitte der Brücke an einem Pfeiler war der Zündkasten angebracht. Er dachte nicht lange nach und kletterte geschickt an der Wand hinunter.

Es war das gleiche Bauteil wie in Paris. Es wurde knapp, Chris musste schnell handeln. Seine Kollegen der forensischen Abteilung hatten das Modell vom Eiffelturm genauesten unter die Lupe genommen und Chris den Aufbau im Detail erklärt. Er wusste also, dass er den gelben Draht ziehen musste. Und nur diesen. Dass damals am Eiffelturm nicht alles in die Luft gegangen war, war dem Zufall geschuldet. Chris hatte dort den gelben Draht zuerst gezogen, wenn auch nur Millisekunden vor allen anderen. Er friemelte also den gelben Draht hervor und zog ihn raus. Der Zähler blieb sofort bei nur noch 3 Sekunden stehen. Kein Springteufelchen diesmal. Keine Nachricht.

Dafür spürte Chris etwas anderes. Er hörte eine leise Detonation und der kleine Vorsprung, auf dem er Halt gefunden hatte, gab durch eine Miniexplosion nach. Haltlos fiel Chris in die winterlich kalte Moldau.

Ende Teil 2 der Dezember-Anschläge.

 


nach oben