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DETECTIVE CHIEF INSPECTOR CHRISTIAN HAYES - DEZEMBER-ANSCHLÄGE 1 - LE TOUR EIFFEL

Mürrisch schaute sich DCI Christian Hayes um. Dies war nicht London, seine eigentlich Heimat. Wieder einmal war er ohne sein eigenes Zutun in einer fremden Stadt gelandet. Ganz offensichtlich Paris, denn er stand auf der großen freien Fläche direkt unter dem Eiffelturm. Er schaute in das metallische Tragwerk hinauf und versuchte den kalten Winterwind und die frühe Uhrzeit von fünf Uhr und irgendwas zu ignorieren.

"Also, was haben wir hier?", fragte er George, den Forensiker.
"Der Tote lebt nicht mehr", sagte dieser. Chris schlug sich an die Stirn. Was war DAS denn für eine Aussage!? Die französischen Polizisten kicherten leise.
"Seit wann lebt er nicht mehr?", fragte er gezwungen ruhig nach.
"Irgendwann zwischen 12 und 1 Uhr nachts muss er verstorben sein."
"Hmmm…" Na immerhin eine relativ genaue Zeitangabe. Zu dieser Uhrzeit war der Eiffelturm schon lange geschlossen und keine Touristen mehr hier. Der Tote sah auch nicht aus wie ein Tourist. Eher erinnerte er Chris an sich selbst. Er hatte einen Trenchcoat an und weiter weg lag ein Hut. Er kniete sich zu dem Mann hinunter und schlug den Mantel beiseite. In der Innentasche fand er das Gesuchte: ein kleiner Notizblock.

Er blätterte ein wenig und fand seltsame Stichpunkte: "Weihnachtsmann" mit Fragezeichen. Ja, das Fragezeichen hatte Chris nun auch. Was sollte das? Es ging weiter: "Böse" und "Attentat", wieder Fragezeichen. "Eiffelturm", "Punkt 6 Uhr" und "Bombe".

Jetzt hatte Chris ein riesiges Ausrufezeichen über seinem Kopf! Ach du Scheiße! Wenn das wirklich wahr wäre…?! Er dachte darüber nicht weiter nach, sondern rannte los! Es gab Stufen zur ersten Etage des Eiffelturms hinauf. Beherzt nahm er immer zwei zugleich.

Er war noch gar nicht ganz oben angekommen, als er einen seltsamen Draht entdeckte. Ihm schwante Übles und als er diesem folgte, sah er an den strategisch wichtigsten Punkten kleine Sprengladungen. Oben sah er ein blinkendes Kästchen, in dem sich von der anderen Seite her noch weitere Kabel vereinten. Der Auslöser! Eine digitale Anzeige zählte die Zeit zur Detonation beharrlich herunter. Nur noch wenige Sekunden. Klar, es wäre ja auch viel zu einfach, wenn sie noch Stunden Zeit hätten, um ein Bombenkommando zu rufen!

Was tun? Mit Bomben hatte Chris noch nie etwas zu tun gehabt. Doch die Zeit ließ ihm keine Möglichkeit. Er starb, wenn er nichts tat. Also konnte er auch volles Risiko gehen. Mit einem heftigen Ruck zerrte er die Kabel aus dem Kästchen heraus. Der digitale rote Zähler blieb jedoch an. "2…1… boom" Es rauchte etwas, dann sprang ein Deckel auf. Wie ein kleiner Springteufel hüpfte ein Weihnachtsmann an einer metallenen Sprungfeder heraus.

"Hohoho… fröhliche Weihnachten", sang er und hielt einen handgeschriebenen Zettel hoch. "Herzlichen Glückwunsch zur verhinderten Explosion. Das war schon eine gute Leistung. Aber damit ist die Arbeit nicht getan. Bis zum großen bombastischen Heiligen Abend sind es noch ein paar Tage hin und Europa hat noch so manch schöne Sehenswürdigkeit. Finde mich! Ho ho ho!"

Chris glaubte nicht, was er da las. War das ein Scherz? Dafür war er aber viel zu ernst. Er nahm den Zettel an sich und bat seinen Schriftsteller, ihn doch wieder nach London zu bringen. Dort konnte er seiner Arbeit am besten nachgehen. - Er freute sich so gar nicht auf den Dezember.

Ende Teil 1 der Dezember-Anschläge.

 


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