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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "DCI CH: Mord am Rockefeller Centre"

 


Christian schaute sich um. Eigentlich arbeitete er noch immer am Fall "Glücksdrache", doch war er da augenscheinlich schon wieder von abgezogen worden. Das war weiter nicht verwunderlich, gab es doch gerade im Dezember noch immer eine Menge anderer Morde zu bearbeiten. Aber sehr verwunderlich war, dass er sich am frühesten Morgen plötzlich an einer großen Eislaufbahn vor einem riesigen Gebäudekomplex wiederfand, mit der goldenen Prometheus-Statue und Flaggen sämtlicher Nationen davor zweifelsfrei als Rockefeller Centre erkennbar.

Er blickte sich zum Autor um und schüttelte aufgebracht den Kopf. "Was soll das? Ich wohne in London. Das hier ist die falsche Szenerie. Verdammt, jetzt muss ich auch noch mit Yankees arbeiten. Und wie komme ich dann zurück?" Der Autor Veit vom Hohenberg kicherte und schickte seinen famosen Londoner Detective in New York an die Arbeit.

Vorsichtig rutschte Christian auf die Eisfläche hinaus, denn dort lag das Opfer. Und daneben, wie sollte es anders sein, hockte auch schon George, der Forensiker.
"Na toll. Der wird mir gleich wieder eine Blutlache und ein Messer zeigen und behaupten, der Mann wäre umgebracht worden… Wenn du mich schon an solche Ort schickst, dann gib mir wenigstens einen vernünftigen Forensiker an die Hand!", beschwerte er sich weiter.

"Oh. Hallo, Detective. Ich habe hier ein Messer…"
Christian winkte ab. "Ich weiß. Is gut. Was anderes noch?", unterbrach er rüde.
"Nja. Der Kleidung wegen, isser Banker. Hat keine Schlittschuhe an, liegt aber mitten auf'm Eis, obwohl so zeitig die Eisfläche noch gar nicht geöffnet ist", brummte ein Polizist neben ihm. Christian hatte Schwierigkeiten den amerikanischen Dialekt zu verstehen und ließ derweilen seinen Blick über die Szenerie schweifen. Es war alles anders, größer und übertrieben weihnachtlich geschmückt. Mal ganz von der riesigen norwegischen Fichte mit Swarovski-Stern an der Spitze abgesehen. Ein Fenster im Gebäude weit oben war geöffnet.

Christian sah vorerst nichts Auffälliges und beschaute sich die Eisfläche noch einmal näher. Diese war leer. Neugierige Passanten wurden mit Polizei-Absperrband vom Eis ferngehalten. Auffällig aber waren die vielen Zettel, die auf dem Eis verstreut herum lagen. Christian dachte erst, es wären irgendwelche Werbe-Flyer, als er aber eines davon hochnahm, wusste er, was hier passiert war. Er reichte dem New Yorker Polizisten den Ausdruck eines Aktienkurses, den er gerade aufgehoben hatte.
"Hier. Am besten verhaften sie den Zettel."
"HÄ? Watt is'n dat?"
"Der Mörder. Die Aktien sind tief gefallen. Ihr Banker hat es dem gleichgetan", erklärte Christian und ging.

Damit war auch dieser Fall geklärt. Veit hatte ein Einsehen und schickte Christian zurück in sein geliebtes London.

ENDE.

 


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