zurück zur Bibliothek

Impressum

 

 

du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Advent, Advent, ein Christbaum brennt..."

 

 


 

Ja, es klang lustig, doch Arthur war nur noch genervt. Denn er war Feuerwehrmann und er war jetzt schon fast zwei ganze Tage lang wach, weil ständig irgendwo ein Tannenbaum in Flammen aufging. Man konnte fast meinen, da wäre jemand unterwegs, um den Menschen das Fest zu verderben.

Er sprang aus dem LF 20 und trieb seine Mannschaft an. Hinter den Fenstern des kleinen Wohnhauses sah man die Flammen schon. Es dauerte gar nicht lange und sie hatten den Brand gelöscht. Leider war nun auch das gesamte Wohnzimmer der kleinen Familie dahin. Weihnachten würde für sie wohl ausfallen. Zumindest in diesem Haus.

Arthur lief zur Terrasse und leuchtete mit seiner Taschenlampe über die Überreste des Tannenbaumes. Das war schon seltsam. Dies war sosehr das gleiche Geschehen, wie schon die Stunden zuvor. Frustriert stieß er mit dem Stiefel gegen den verkohlten Baum - und stutze. Hatte er da nicht gerade ein Knurren gehört? Er trat noch einmal gegen das schwarze Geäst. Da schimpfte und maulte es ganz leise und aus den schwarzen Ästen löste sich eine kleine Gestalt. Arthur musste schon sehr genau hinsehen, dann erkannte er es.

Es sah aus, wie ein Mensch, aber sehr viel kleiner und dünner. Es kämpfte sich aus dem Baum, wo es sich wohl verfangen hatte und Arthur konnte immer mehr erkennen. Entschlossen griff er zu und packte das Wesen, hielt seine Taschenlampe direkt darauf. Das Etwas erschrak, genauso wie Arthur. Er hatte wirklich ein schwarzes kleines Geschöpf in der Hand, mit kleinen gewundenen Hörnen und einem Schwanz mit Puschel am Ende, der selbst etwas angesengt aussah. Zwei rote Augen blitzen ihn gefährlich an und plötzlich biss der kleine Teufel auch noch zu. Arthur machte sich da nichts draus: er hatte dicke Handschuhe an.

"Du bist also der Brandstifter! Na warte! Einfach den Menschen das Weihnachtsfest kaputt machen wollen! So nicht!", sagte er.
"Ja und!", fauchte der kleine Teufel zurück. "Ich habe auch kein Weihnachten. Niemand feiert mit mir. Warum sollen also alle anderen feiern dürfen!?", ätzte er und verschränkte trotzig die Arme.

Und da sah Arthur, dass dem kleinen Teufel Tränen in den Augen standen. Sie rührten ihn. Er wischte sie ihm vorsichtig weg und fragte: "Du bist allein? Willst du bei mir bleiben und mit mir Weihnachten feiern? Aber nur, wenn du nicht wieder Feuer legst." Das konnte der kleine Teufel fast gar nicht glauben. "Meinst du das ernst? Du lügst nicht? Machst dich nicht über mich lustig?" Arthur schüttelte den Kopf und lächelte aufmunternd.
"Dann will ich", war der kleine Teufel von der Idee begeistert und nickte bekräftigend.

Von da an hatte Arthur immer einen kleinen schwarzen Feuerteufel bei sich, der ihn bei seinem Kampf gegen Brände unterstützte.

Auf ein feuerfreies Weihnachten.

10/ 2018

 


 

nach oben