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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Eine Liebesgeschichte - Teil 10"

 

 


 

"Au", stöhnte Andrew unterdrückt auf, zuckte zusammen und knautschte das Kissen in seinen Fingern etwas mehr.
"Jetzt halt mal still", schimpfte Nicki darauf.
"Das sagst du so - ah - so leicht", maulte er zurück, ließ den Kopf auf die Stuhllehne sinken und atmete die Schmerzen hektisch weg.
Nicki seufzte auf, drückte Andrew kurz einen Kuss auf den Hinterkopf und wuschelte ihm tröstend durch die Haare. Dann machte er sich wieder über die tiefen Schnitte auf Andrews Rücken her. Es waren einige sehr tiefe Wunden, die aber gut verheilen würden, wenn sie täglich behandelt wurden. Nicki hatte von einer Krankenschwester einen Schnellkurs in Wundpflege erhalten und als Andrew nach wenigen Tagen bereits das Krankenhaus verlassen durfte, kümmerte er sich hingebungsvoll um seinen besten Freund. Nur zur Kontrolle mussten sie ab und zu zum Arzt.

"Ich weiß, dass es weh tut. Aber du willst doch mit Katrina heute Abend weg. Da muss ich es nochmal säubern und fest verbinden. Wer weiß, was ihr beiden heute noch so anstellt", neckte er Andrew und lenkte ihn somit ein wenig von den Schmerzen ab.
"Wir werden gar nichts anstellen. Wir sind doch nicht wie ihr beiden", ärgerte dieser auch zurück. Wenn er daran dachte, dass er mit Katrina bisher nur einige Küsse - wenn auch sehr tolle Küsse - geteilt hatte, und was fast jede Nacht in Nickis Zimmer abging, wurde er schon sehr rot. Denn seit er vor wenigen Tagen bei Nicki eingezogen war und das kleinere Zimmer neben dessen bewohnte, blieb ihm nicht viel verborgen. Auch wenn Matti sich immer sehr zurückhielt. Der Lustmolch war eindeutig Nicki. Zum Glück lag das elterliche Schlafzimmer in der unteren Etage.

"Pha, du bist bloß neidisch. Sieh lieber zu, dass du mal selber zum Zug kommst. Dir tropfen doch die Hormone schon aus den Ohren, wenn du nur an sie denkst."
Nicki überhörte großzügig das Brummen aus dem Kissen, zuppelte den Verband noch zurecht und stand auf.
"Bist fertig, Andrew. Jetzt noch dein sexy schwarzes Hemd und sie wird dir nicht wiederstehen können."
Andrew streckte sich vorsichtig, spürte das Ziehen im Rücken, doch es war erträglich.
"Danke, Nicki", gab er seinen Freund noch eine leichte Umarmung. Dann schnappte er sich sein Portmonee.
"Bist du heute Abend noch hier, wenn ich wieder komme? Oder brauche ich einen Schlüssel?"
"Ne, Matti kommt dann gleich. Wir machen einen ganz faulen Fernsehabend. Wir sind also da."

Andrew lief die Treppe hinunter, grüßte draußen Matti, der mit einer vollen DVD-Tüte grad ins Haus wollte und eilte schließlich davon. Zu seiner Freundin, denn seit einigen Tagen waren sie ein Paar. Nachdem Katrina ihn im Krankenhaus besuchte und er ihr alles - wirklich alles - erzählte, blieb sie einfach bei ihm und überwachte auch an diesem Tag seinen Schlaf, war da, als tatsächlich Alpträume ihn plagten.

Er lief aufgeregt die Straße entlang, der Sonne entgegen, seiner Freundin entgegen - einer glücklichen Zukunft entgegen.

 

Ende.

Ende der Geschichte aus Sicht Andrews. Mit Teil 11 lernt man die Geschichte aus Nickis Sicht kennen.

 

16.02.2012

 


 

Teil 9

Teil 11