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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Demon Soul - Teil 9: Siebenschläfer"

 


Es war späterer Morgen, als Reece sich eine Dusche gönnte. Er stöhnte auf, da ihm der Rücken ziepte. So gemütlich Aidens Couch auch war, sie war für ihn zu kurz, um Nächte darauf zu verbringen. Vielleicht hätte er sich doch zu Aiden mit ins Bett schleichen sollen, aber er wusste nicht, ob der andere das mochte. Gabe kam häufig in sein Bett gekrochen, wenn er sich allein fühlte oder einen Alptraum hatte, aber Aiden war ja nicht Gabe.
So hatte er nachts Aiden ins Bett gepackt, noch zugeschaut, wie der sich in die Decke drehte, dass nur noch ein wenig Haare herausschauten, und sich dann nicht mehr regte. Als er heute Morgen wieder rein linste, schien er sich nicht bewegt zu haben unter dem Deckenwust. Er ließ ihn schlafen und entschied sich zu testen, ob er mit der kleinen Dusche besser als mit dem Sofa klar kam.
Mit noch feuchten Haaren und wieder in seinen gemütlichen Alltagsklamotten, erkundete er die Mini-Küche. Schnell fand er das offene Regal mit dem Tee; so viele Sorten hatte er noch nie gesehen. Hier lebte also ein absoluter Tee-Liebhaber. Er suchte einen türkischen Apfeltee für sich heraus und kramte noch ein wenig in den Schränken, fand Toast und einige Sorten Marmelade, was für ihn völlig ausreichte.

***

Gabe war bei William im Laden. Er hatte ihn gleich früh begrüßt, ihm von gestern Abend erzählt; dass sie einen Besucher da hätten. Aber auch von dem Seelentausch berichtete er, hatte William sofort beruhigt, als dieser sich ernste Sorgen machte.
"Ich habe das nie gemacht, Gabriel, weil es zu gefährlich ist. Nicht jeder Geist ist vertrauenswürdig. Es kann viel schiefgehen dabei. Dass Aiden es freiwillig getan hat, zeigt, dass er dich sehr, sehr gern hat."
"Ich weiß. Dafür werde ich ihn auch immer beschützen", sagte Gabe und meinte das auch genauso! Er würde Aiden so lange begleiten, wie dieser es wollte.
So unterhielt er sich mit William bis erste Kunden kamen und widmete sich dann wieder dem Buch im hinteren Teil des Ladens. Da fiel es auch nicht auf, wenn er eine Seite umschlug.
Erst als er oben Wasserrauschen hörte, schwebte er in die kleine Wohnung. Da das Sofa leer war, wusste er Reece im Bad und blickte daher bei Aiden rein.
"Schläft wie ein Murmeltier", flüsterte er lächelnd zu sich selbst. Er würde ihn gerne schlafen lassen, wusste aber, dass Aiden heute Mittag wieder zur Uni musste. So zog er an der Decke, bis mehr von Aiden so sehen war und kuschelte sich schließlich an diesen heran. Dann begann er an den Haaren zu zupfen und erntete bald ein unwilliges Nasekrausen.
"Aiden, du musst aufstehen", flüsterte er ihm zu. Gabe? Bin müde, wehte es schwach zu dem Geist hinüber.
"Ich weiß. Aber du hast heute Uni. Oder willst du weiterschlafen?", fragte Gabe nach und strich Aiden müßig durch die Haare, als dieser seinen Kopf an seiner Schulter versteckte. Gabe war schon wieder stärker geworden. Er konnte seine Form immer besser spüren.
Will schlafen…aber die Uni... Reece… Grandpa und der Laden..., kam es in einzelnen Gedankenfetzen bei Gabriel an.
"Der Kurs heute ist nur ein Nebenfach. Den kannst du später noch machen. William habe ich schon begrüßt und ihm von Reece und gestern Abend erzählt. Er sagt, er kommt heute gut allein zurecht. Dann bleibt nur noch Reece. Der hat vorhin geduscht und will sicher bald ein Frühstück haben. Außerdem tut ihm der Rücken weh, weil er auf deiner Couch gepennt hat. Ich konnte ihm leider nicht sagen, dass er mit bei dir im Bett schlafen könne", plauderte Gabriel etwas und lockte Aiden somit ganz aus der Traumwelt.
Reece ist hier?, fragte er dann.
"Ja. Er hatte dich gestern nach Hause gebracht und im Wohnzimmer geschlafen. Er hat heute frei."
Hmmm. Ich weiß nicht mehr was gestern Abend passiert ist. Wir saßen doch mit seiner Band in der Küche, dann weiß ich nichts mehr, versuchte sich Aiden an die letzte Nacht zu erinnern.
"Na komm. Geh erst mal duschen. Deine Haare kleben noch vom Gel", scheuchte Gabe Aiden endlich aus dem Bett, sonst kam der Siebenschläfer heute gar nicht mehr in Schwung. Bevor Aiden ganz aus dem Bett war, flüsterte er ihm noch leise ins Ohr "…und Reece hat dich gestern bis ins Bett gebracht." Er lachte auf und ließ einen errötenden Aiden allein im Zimmer zurück, der verstört merkte, dass er nur noch seine Unterhose anhatte und statt dem schwarzen ein einfaches weißes T-Shirt.

...


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