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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Demon Soul - Teil 26: Gabe übt sich."

 


Der Tag war sonnig, aber nicht zu warm. Weiter hinten kräuselten sich am Himmel kleine Schäfchenwolken, die vom Wind träge weitergeschoben wurden. Am Morgen hatte es etwas geregnet und ließ nun die Wiesen und Bäume in sattem Grün erstrahlen. Zudem war es Freitag und alles lief etwas ruhiger, als an anderen stressigen Wochentagen. Selbst die Touristenmassen erschienen heute weniger.

Ein herrlicher Tag, um genussvoll ein Eis an der Uferpromenade zu schlecken oder ein wenig im Park zu relaxen und dabei vielleicht ein gutes Buch zu lesen. Oder mit dem Freund zu flirten.

Aiden war auf dem besten Wege gerade alles davon zu tun. Nachdem sich sein Grandpa mit einer herzhaften Knuddelei von Nion verabschiedet hatte, da der Hexenkater heute wieder in sein eigentliches zu Hause umziehen sollte, hatte er Aiden den restlichen Tag freigegeben.

Nun saß Aiden am Fluss unter einer alten Trauerweide im Schatten und las in einem Roman. Er wollte sich hier mit Reece treffen, der aber noch in der Uni war. Er hatte Reece schon erzählt, dass sie am Nachmittag zu Sheena ins Cottage fahren wollten, um sie zu besuchen und Nion wieder in sein Heim zu bringen. Eigentlich hätte Aiden den Bus genommen, der auf der Landstraße in der Nähe zum Abzweig in den Wald eine Haltestelle hatte, aber Reece hatte sich den Škoda von Daniel ausgeliehen. So waren sie flexibel und am Abend konnten sie pünktlich zur Bandprobe zurück sein.

Aiden blätterte in seinem Buch eine Seite weiter, als es im Baum laut raschelte und einige Blätter sanft herunter schwebten. Nion turnte begeistert in den Ästen des großen Baumes und hatte sichtlich Spaß daran, Kleintiere zu erschrecken. Ein paar Spatzen zwitscherten empört, doch Aiden wusste, dass der Kater die kleinen Vögel nie verletzen würde. Nämlich hungern musste Nion bei Aiden ganz sicher nicht.

Dann schaute er sich suchend um. Wo war denn Gabe? Ah. Dort! Er saß am Ufer und ließ die Beine ein wenig im Wasser baumeln. Er wirkte ruhig und entspannt. Manchmal merkte man, dass der quirlige Geist auch seine Ruhephasen brauchte. Doch lange hielt die nicht an. Er kam zu Aiden unter den Baum zurück und erzählte ein wenig von dem, was er im großen Hexenbuch gelesen hatte. Das schwere Buch hatte Aiden in einer extra großen Tasche dabei. Doch hier, mitten in der Öffentlichkeit und im Freien, wollte er das Buch nicht herausholen, so hatte er sich also einen kleinen handlichen Roman in Taschenbuchformat mitgebracht.

Da sie das Buch wieder Sheena zurückgeben wollten, hatte Gabe sich in den letzten Tagen vor allem mit den Kapiteln beschäftigt, die sich mit Geistern beschäftigten. Zwar war Gabe auch neugierig auf die ganzen anderen Themen, die im Buch standen, aber er wollte schnellstens alles lernen, was er als Geist wissen musste, um Aiden im Notfall beschützen zu können. Er hatte nur den Abschnitt zu "Naturgeistern" gelesen, um herauszufinden, was der Unterschied zu ihm war. Naturgeister waren als Feen bekannt und waren keine Seelen verstorbener Menschen, sondern magisch begabte Astralwesen.

Gabriel dagegen war ein Menschengeist und hatte damit keine Magie in sich. Er konnte sich allerdings zwischen der Welt der Menschen und der Zwischenwelt bewegen und er hatte die Möglichkeit seine Form seinem Willen anzupassen. Stand zumindest im Buch. Das wollte er jetzt ausprobieren. Sich wandeln! Mit was sollte er anfangen? Da wedelte der buschige Schwanz von Nion vor seiner Nase herum, als dieser mit allen Vieren am Baumstamm hing und sich geschickt um den Stamm hangelte.

Aiden erschrak sich, als neben ihm ein zweiter Nion saß und ihn anmaunzte. Mit einer Pfote wurde er immer wieder angestupst, bis er der neuen Katze die Ohren kraulte. Er konnte genau spüren, dass es Gabe war, auch wenn dieser so ganz anders aussah. Nach einem kurzen Flimmern saß Gabe wieder vor ihm.
"Das war ganz einfach, aber irgendwie habe ich mich nicht wohl gefühlt. Es ist ganz anders, als wenn ich mit dir den Tausch mache", erklärte er.
Aber das war großartig. Kannst du mir auch ein Eis zaubern?, war Aiden neugierig und schon hatte Gabe ein Eis in der Hand. Nur das brachte Aiden nichts. Als er danach griff, löste es sich in Luft auf.

Schade. Damit kannst du also nur Leute erschrecken. Au ja! Kannst du ein Betttuch und Ketten zaubern? Also mal so einen ganz originalen Geist?
Gabe lachte, selbst als er schon das Tuch über dem Kopf hatte und drum herum schlang sich eine Kette, die er auch zum Rasseln brachte.

Cool. Das muss ich mal Lord Hansom erzählen. Dann hat seine Spukerei vielleicht mehr Erfolg, überlegte Aiden.
"Wer ist denn Lord Hansom?", wollte Gabe wissen, jetzt wieder als er selbst. Er lag bäuchlings in der Wiese und lauschte Aiden.
Lord Hansom ist, wie der Name schon sagt, ein Lord. Er ist sehr wohlerzogen. Er muss irgendwann um 17-hundert gestorben sein und geistert nun durch York Minster. Er möchte so gerne Menschen erschrecken. Doch sich nur höflich neben eine Dame setzten und sittlich mit ihr zu plauschen ist eben nicht gruselig. Aber für mich ganz amüsant, lachte Aiden, als er an den Geist dachte, der zu höflich war, um Leute zu erschrecken.

Gabe versuchte sich das vorzustellen. Es wollte aber nicht klappen.
"Den müssen wir mal besuchen gehen. Kennst du denn noch mehr Geister? Und warum ist er noch dort? Kannst du ihm nicht helfen?"
Lord Hansom ist einer jener Geister, die harmlos und ganz vergnügt mit ihrem Dasein sind. Er wollte von mir keine Hilfe. Auch alle Geister, die noch auf dem Friedhof sind, wollen keine Hilfe. Man kann sowieso nur einem Geist helfen, der das von sich aus möchte, erklärte Aiden.

"Hmmm… kommen auf den Friedhof nicht immer wieder neue… na ja… Geister hinzu? Ich bin doch auch dort irgendwo. Woher weißt du, dass jetzt nicht grad ein neuer Geist dort ist und geradezu nur auf dich wartet?"
Ich gehe regelmäßig über den Friedhof spazieren, zuckte Aiden mit den Schultern. Besonders nachts kann ich gut mit den Geistern reden.
"Du gehst NACHTS über den Friedhof?!", rief Gabe geschockt. "Das ist doch gruselig!"
Da musste Aiden lachen. Ein Geist, der Angst vor dem Friedhof hatte.
So ein Quatsch. Da ist gar nichts gruselig. Außerdem kennen mich die Geister gut und wenn etwas Ungewöhnliches dort ist, sagen die mir Bescheid. Letztens zum Beispiel erzählten sie mir, dass ein kleiner Wolf immer wieder übers Gelände streunte, um dann am Grab eines jungen Geistes zu sitzen und mit diesem zu reden. Ich bin dem nachgegangen, habe aber nur das Grab eines Unbekannten gefunden. Kein Wolf und auch kein Geist.

"Aiden! Du gehst NIE wieder allein da hin, vor allem, wenn man dir sagt, dass ein gefährliches Tier dort ist. Bist du denn verrückt? Außerdem Wölfe! Seit wann gibt es denn bei uns Wölfe? Mensch, du machst mich fertig!!!", regte sich Gabe auf und lag dann platt auf der Wiese, alle Viere von sich gestreckt. Da gab er sich Mühe, um Aiden beschützen zu können, und der rannte nachts alleine auf schauerliche Friedhöfe, trieb sich auch noch in der hintersten Ecke herum, wo es seltsam zu ging und angeblich Wölfe da wären.


Gabe, beruhige dich. Wie gesagt, die Geister kennen mich und würden mich bewusst keiner Gefahr ausliefern. Außerdem warst du damals noch nicht bei mir. Und ich bin meistens gar nicht allein. Agnes begleitet mich oft, wenn ich dort unterwegs bin. Ich stelle sie dir vor, wenn du das nächste Mal mitkommst. Sie ist eine junge Frau, die im Mittelalter als Hexe verurteilt wurde und erst nach ihrem Tod stellte sich heraus, dass ihr verheirateter Onkel sie fälschlicherweise angezeigt hatte, weil sie sich ihm nicht hingeben wollte. Sie wurde vom Vorwurf der Hexerei freigesprochen, was sie zwar nicht wieder lebendig machte, aber ihr Körper durfte auf dem Kirchenfriedhof beerdigt werden.

Und ich melde mich natürlich bei Link, dem Friedhofswärter an und wieder ab. Er weiß immer, wann ich da bin. Wenn ich nach einer gewissen Zeit nicht wieder bei ihm vorbeikomme, schaut er nach mir. Manchmal kommt er auch mit.

Gabe zog eine Schnute. "Jetzt sag mir aber nicht, dass der Typ 'n Schwert und 'n Schild mit sich rumschleppt und auf 'ner Ocarina spielt…", kam ihm da zuerst das Video-Spiel in den Sinn.
Nee, das ist doch nur die Abkürzung für Lincoln. Er ist wirklich sehr nett.
"Also Aiden, da ist ja voll das Klassentreffen dort. Nimm doch mal Sheena mit. Die hätte da bestimmt viel Spaß dabei und passt völlig dazu", schlug Gabe vor und wollte gar nicht dran denken, dass er da mitsollte. "Was macht ihr, wenn es ein paar Jugendliche dorthin verschlägt, weil Halloween ist?"

Oh. Gut das du fragst. Es ist ja bald wieder Halloween. Das ist immer sehr lustig. Da bin ich natürlich voll dabei, erklärte Aiden.
"Bei was bist du voll dabei?"
Na, wir, also die Geister, Link und ich erschrecken die Leute dann ganz gerne.
"Du machst Scherze, Aiden. Geister würden sich doch für so einen Quatsch nie hergeben."
Nein? Du hast Reece' Band also nicht schon geärgert?, lachte Aiden. Gabe fühlte sich bei dem Gedanken Friedhof wirklich nicht wohl.
"Oh! Da ist wohl was dran", musste Gabe zugeben.

Sieh das mal so, Gabe. In dieser Nacht können sich die Geister den Menschen zeigen, ohne dass es wirklich auffällt. Es geht heutzutage immer als Special Effect durch. Außerdem ist in dieser Nacht der Kontakt zur Menschenwelt noch viel besser möglich. Auch schwächere Geister können von Menschen gesehen werden. So habe ich auch schon manchmal einem Geist helfen können, der sich einem geliebten Menschen endlich noch einmal zeigen konnte. Aber für die meisten Geister auf dem Friedhof ist es eine willkommene Abwechslung vom Alltag.

Hmmm… Das klang schon spaßig. Vielleicht sollte Gabe sich das einfach anschauen. Leute ein wenig erschrecken, stellte er sich schon lustig vor. Nur das mit dem Friedhof war ihm noch nicht ganz geheuer.

*

Gabe blickte nachdenklich in den Himmel und Aiden ließ ihn. Auch wenn Gabe ein sehr starker Geist war, so war er doch erst seit sehr kurzer Zeit ein Geist und musste sich an viele Dinge neu gewöhnen. Er grübelte noch eine Weile, dann aber schüttelte er den Kopf. Er würde Aiden natürlich auf den Friedhof begleiten und dadurch andere Geister treffen, die schon lange tot waren - oder als Geister lebten - wie auch immer. Er schob die Gedanken beiseite und sprang auf.

Jetzt wollte er nämlich noch etwas anderes neues ausprobieren, das im Hexenbuch gestanden hatte. Es ging um Teleportation. Bisher hatte er sich zwar schon manchmal vor Aiden unsichtbar gemacht, aber hatte dabei immer den Weg zurückgelegt, wie er es auch als Mensch getan hätte. Daher war er auch so lange in der Stadt unterwegs gewesen.

Jetzt stand im Buch, er könne direkt von einem Ort zum nächsten "springen" oder "teleportieren". Er musste nur den Ort kennen, wo er hin wollte. So sprang er zwischen Aiden unter dem Baum und dem Ufer hin und her und erweiterte immer wieder die Strecke. Das klappte ja ganz ausgezeichnet.

"Meinst du, ich könnte auch Sachen mit mir mitnehmen?", fragte er Aiden, als er sich ein wenig ausruhen musste und mit am Baum lehnte.
Musst du probieren. Immerhin kannst du auch Gegenstände anfassen und bewegen, überlegte Aiden. Im Buch stand nichts davon, dass Geister feste Dinge mit sich mit-teleportieren konnten.
Probiere es doch mit einem Blatt oder einem Grashalm, die sind nicht sehr schwer, schlug er dem Geist vor und pflückte einen grünen Halm von der Wiese.

Gabe nahm das kleine grüne Ding entgegen und guckte es nasekrausend an. Er konnte es wirklich nur versuchen. Er teleportierte sich ein paar wenige Meter weg, doch der Halm verblieb dort, wo er gerade noch gestanden hatte und trudelte haltlos zu Boden.

Man konnte von Gabe nicht behaupten, dass er leicht aufgab. Im Gegenteil. Aber hier wollte es einfach nicht funktionieren. Nach vielen Versuchen saß er deprimiert neben Aiden und guckte missmutig auf den Grashalm.
"Och menno, es geht nicht."

Aiden strich ihm tröstend durch die Haare. Er wusste doch auch nicht, wie er da Gabe helfen konnte. Er wickelte sich eine blonde Strähne des Geistes nachdenklich um den Finger, fühlte dabei deren Weichheit und ein Gedanke drängte sich ihm auf.
Gabe, wenn du was anfasst, was fühlst du da?
"Ich spüre, dass ich was in der Hand halte. Wieso?"
Na, spürst du aber auch die Struktur? Kannst du fühlen, ob es kalt ist oder warm, glatt oder rau?
"Hmmm… nicht wirklich. Ich weiß, wie es sich anfühlen muss, weil ich es aus der Zeit des Menschseins kenne."
Komm. Das probieren wir jetzt. Du übernimmst mich und dann erfühlst du die genaue Struktur von dem Grashalm. Vielleicht geht es dann?

"Das ist eine gute Idee", war Gabe von Aidens Vorschlag überzeugt und schob sich gleich in Aiden. Er erfühlte erst einmal das Buch, das Aiden noch in der Hand hatte und strich über die glatten Seiten. Ja, das fühlte sich viel intensiver an, als wenn er es als Geist berühren würde. Dann griff er sich einen neuen Grashalm, pflückte ihn und versuchte die genaue Struktur der Pflanze zu ertasten. Er hielt sich den Halm sogar an die Nase und schnupperte daran. Sie wussten ja, dass er mit Hilfe von Aidens Körper klar riechen und schmecken konnte. Das hatten sie letztens mit dem Eistee probiert.

Und mit dem Halm war es das gleiche. Er hielt sich gar nicht zu lange auf und verließ Aiden wieder.
"So. Jetzt noch einmal", konzentrierte sich Gabe. Er hatte nur noch das schmale grüne Blatt im Blick und den Zielpunkt, wo er hin wollte damit. Er verschwamm erst langsamer, dann war er weg und mit ihm der Grashalm. Zwei Meter weiter tauchte er umgehend wieder auf. Laut jubelte er, als er den Grashalm noch immer in seiner Hand hielt.
"Es klappt, es klappt", rief er und knuddelte Nion oben im Baum, der interessiert zugeschaut hatte.

"Aber für heute ist es echt genug. Das strengt alles ganz schön an", kuschelte er sich gähnend an Aiden. "Bei Gelegenheit solltest du das mit in das Buch schreiben oder Sheena sagen, dass sie es macht", schlug er noch vor, dann schlummerte er auch schon weg. Auch Nion kam vom Baum geklettert und ringelte sich auf Aidens Schoß zurecht, um gekrault zu werden und döste leise schnurrend unter den wissenden Fingern.

*

So fand sie einige Zeit später Reece vor. Aiden im Buch schmökernd, Nion schlafend und Gabe sicher auch hier herumlümmelnd, obwohl er ihn nicht sah.
"Hallo, ihr drei. Ihr habt hier aber ein idyllisches Plätzchen. Wie geht es euch?", machte er sich bemerkbar und gab Aiden einen zärtlichen Begrüßungskuss. Dabei ließ er sich neben ihn nieder, stellte seinen Rucksack beiseite und angelte sich das Sandwich hervor, das er vorhin gekauft hatte. Für Aiden hatte er auch eines mit Thunfisch dabei. Und für den immer hungrigen Kater, der sich schon wieder seinen Weg zu Reece suchte, hatte er im ‚Fresh Fish' ein paar leckere Sardellen besorgt.

"Und, kommst du heute Abend mit zur Bandprobe?", wollte Reece wissen, wie Aiden sich den kommenden Abend gedacht hatte. Indirekt wollte er auch wissen, ob er die Nacht mit ihm verbringen durfte. Es war aber Gabe, der ihn da Sandwich kauend anblickte und seine Gedanken äußerte.

"Nachdem wir bei Sheena waren, dachten wir, wir kommen heute Abend mit und übernachten aber mal bei uns, äh… bei dir. Aiden will unsere Eltern gerne kennenlernen. Besser gesagt, du musst ihn Mom und Dad endlich mal vorstellen. Außerdem wollte ich dir gerne noch etwas sagen", druckste Gabe dann ein wenig herum und zerbröselte nervös ein wenig das Weißbrot.
"Ok! Und was willst du mir sagen? Nun rück schon raus, Gabe. Du weißt, Aiden ist fürchterlich kitzelig", drohte er.
"Bloß nicht. Ärgere ihn nicht. Das ist gemein."
"Das sagst gerade du?", lachte Reece. War doch Gabe derjenige, der gerne jeden ärgerte. "Also, was ist los?"
"Ich war gestern bei uns zu Hause und habe gedacht, dass mein Zimmer… na ja… du weißt schon", stotterte Gabe vor sich hin. Reece atmete tief durch. Gabe sprach das aus, was er die letzten Tage auch schon gedacht hatte. Und wenn es sein Bruder so wollte…
"Ja, gut. Sagen wir unseren Eltern, dass sie dein Zimmer auflösen können." Gabe umarmte Reece erleichtert. Er hatte gedacht, dass sein Bruder sauer sein könnte. Umso glücklicher war er, das Reece ihm zustimmte.
"Danke, Vampi. Weißt du, als ich gestern so im Haus war, sah zwar alles noch so aus, wie ich es kannte, aber ich habe mich fremd gefühlt. Ich gehöre jetzt zu Aiden und … Nein! Ich gehöre zu Aiden und dir!" Genau so war es. Reece gehörte zu Aiden und Gabe auch.
"Dann ist es also abgemacht. Wir übernachten heute bei mir. Ähm. Ist Aiden damit eigentlich einverstanden?"

Klar war Aiden damit einverstanden. Er hoffte nur, dass Reece' Eltern ihn auch akzeptierten. Da machten sich die beiden McLeod-Brüder aber gar keine Sorgen.
"Und wenn wir schon beim Vorstellen der Familie sind, muss ich bald auch deine kennenlernen, Aiden. Bisher kenne ich nur deinen Grandpa. Aber du hast doch noch eine Schwester und Eltern. Und außerdem musst du mir von deiner Familie erzählen. Ich meine, von deinem berühmten Vorfahren. Was hat ihn dazu bewogen, extra nach York zu ziehen? Konnte er auch schon Geister sehen?"

Aiden guckte ihn mit großen Augen an. Woher wusste Reece das? Und warum wollte er das alles wissen?
"Na, Aiden. Wir sind zusammen. Da muss ich all diese Dinge wissen", sagte Reece ganz ernst, verschwieg ganz geschickt, dass er einfach nur neugierig war. "Außerdem hat Mian ein wenig über dich erzählt, als wir am Cottage waren", gestand er noch.
Aha! Das erklärte es. Mian hat geplaudert. Mian, der sonst kein Ton von sich gab, wenn es nicht sein musste. Na gut, wenn es Reece wollte. Er hatte keinen Grund, ein Geheimnis aus seinem Leben oder der Geschichte seiner Familie zu machen.

...


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