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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Das Schloss: ABC-Trilogie - Teil 2"

 


Abends wird es bereits immer etwas kühler, doch heute war es einer der wohl letzten warmen Sommerabende für dieses Jahr.

Bewundernd schaue ich in den Himmel, wo dunkle, fast schon schwarze Wolken aufziehen und den sonst so klaren, wasserblauen Himmel verdecken.

Charakteristischer Wind kommt auf, wie er nur hier zu spüren ist.

Das Wasser des Sees ist aufgewühlt und spiegelt den dunklen Himmel wieder.

Es wird stürmischer, die Wolken hängen so tief, dass sie bereits die ersten sanften Berghügel in der Ferne berühren.

Fantasievolle Bilder entstehen in den geheimnisvollen Wolken vor dem noch hellen Himmel.

Genießend lege ich den Kopf an die kräftige Schulter hinter mir und werde von starken Armen sicher gehalten.

Heißer Atem berührt meinen Nacken, bevor ich zarte Küsse spüre, dann neckende Zähne an meinem Ohr.

In dem Moment beginnt es erst leicht, dann immer stärker zu regnen.

Jetzt sind die Farben der Natur noch kräftiger; bunte Blüten verschiedenster Pflanzen zeigen ihre herrlich vollen Farben.

Kein menschlicher Laut ist zu hören, nur die Natur; das Brausen des aufgewühlten Sees, das verhaltene Zwitschern der Vögel und der Regen, der in dicken Tropfen sanft auf die Erde fällt.

Leise, und doch höre ich den Fall der einzelnen Tröpfchen genau, den Wind, der über das wilde Land fegt und das weite Gefühl der Freiheit weckt.

Mein Staunen verlässt mich nie, jedes Mal bewundere ich neu die Schönheit des Landes bei diesem stürmischen Wetter.

Nie würde ich auf dieses Erlebnis verzichten wollen, zumal ich es mit meinem Geliebten jetzt und hier genießen darf.

Ohne ihn wäre es nur halb so schön.

Plötzlich spüre ich wieder seine warmen Lippen auf einem direkten Weg zu den meinen.

Quälend langsam vereinnahmt er mich und still fechten wir um die Vorherrschaft.

Ruhig streichen dabei seine Hände über meine Arme.

So schööön.

Taumelig vom Kuss schließt er mich fester in die Arme und ich seufze zufrieden auf.

Umgeben von der herrlichen Wärme seines Körpers und dem sanften Regen fühle ich mich glücklich.

Verträumt blicke ich weiter über den See und den nun fast schwarzen Himmel.

Wasser hat mich längst bis auf die Haut durchweicht und langsam spüre ich auch Kälte.

Xavier ist es, der sich endlich vom Zauber des Augenblicks lösen kann, mir auf die Beine hilft und mich in unsere privaten Räume des Schlosses zurück geleitet, wo Rahim schon heißes Badewasser vorbereitet hatte.

„Yamilé, ich liebe dich“, flüstert Xavier leise, als wir es uns in der Wanne gemütlich machen.

Zärtlich umarme ich ihn und freue mich auf die kommende Nacht.

 

(11.02.2012)

 


 

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