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du befindest dich hier: Bibliothek der Burg/ "Aurelias Reise"

 


 

Eigentlich war Aurelia keine große Abenteurerin. Aber sie hatte schon immer einen Traum gehabt. Und um diesen zu verwirklichen, hatte sie sich für diese lange Reise entschieden und sich über lange Wochen hinweg darauf vorbereitet.

Sie hatte verschiedene Sprachen gelernt und sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Fortbewegung beschäftigt. Das war alles nicht sehr leicht, denn als kleine Maus war es schwierig, die Sprache der Menschen zu sprechen und die unterschiedlichen Transportmittel, die zum Reisen geeignet waren, zu verstehen. Sie hatte auch über die Menschen gelesen, die dort lebten, wo sie gerne hinwollte. Das war gut so, denn sie lernte viel dabei. Nicht nur die Sprache, auch die Sitten und Gebräuche waren dort ganz anders.

Außerdem musste sie bei ihren Erkundigungen in der großen Bibliothek darauf achten, nicht entdeckt zu werden. Zwar nutzte sie dafür extra die dunklen Nächte, aber es waren auch nicht die Menschen, vor denen sie sich in Acht nehmen musste. Es waren die Katzen, die in den dunklen Ecken der Stadt lauerten und nur auf so eine leckere Maus wie Aurelia warteten.

Es gab brenzlige Situationen, die sie nur überlebte, weil sie schnelle Füße hatte. Einmal hing sie sogar zwischen den Tatzen eines alten brummigen Straßenkaters, dass sie nur noch einen Ausweg sah. Mutig biss sie zu, der Kater ließ vor Schreck los und schon flitzte Aurelia zwischen löchrigen Hauswänden davon. Das war knapp gewesen!

Der Tag rückte näher und endlich war es soweit, dass Aurelia ihre Reise begann. Sie hatte ihre wenigen Habseligkeiten in einem kleinen Koffer dabei und machte sich auf den Weg zum Hafen. Über ein dickes Tau wuselte sie auf den großen Dampfer, der über das große Wasser fahren würde.

Sie fand ein hervorragendes Versteck nahe der Kombüse und die mehrtägige Überfahrt verbrachte sie hauptsächlich mit Schmausen. Wenn die Menschen schliefen, schlich sie sich hinaus, kletterte auf die Reling und ließ sich den Meereswind um das Schnäuzchen wehen. Das war herrlich und sie dachte, dass sie schon eher eine Reise hätte unternehmen können.

Nach Tagen legte der Dampfer in einem großen Hafen an. Aurelia war aufgeregt, denn nun musste sie noch das nächste Dampfgefährt erreichen. Aber sie war gut vorbereitet, hatte alle wichtigen Informationen auf einem Zettel stehen und kletterte alsbald in den wartenden Zug, der mit lautem Pfeifen seine Abfahrt verkündete.

Es dauerte gar nicht mehr lang und während der Zug in die große Stadt einfuhr, saß Aurelia auf dem Dach des Speisewagons und erblickte von da die Spitze eines der meistbesuchten Wahrzeichen der Welt. Sie sah den Eiffelturm! Sie war in Paris angekommen!

Ende.

 


 

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